Herthas Vize-Kapitän Niklas Stark zeigt es an: Auf Linus Gechter (l.) und Marton Dardai (r.) kann er sich verlassen. City-Press(2)/Imago

Keine Frage, mit der Verletzung von Kapitän Dedryck Boyata fehlt Pal Dardai ein ganz wichtiger Spieler. Allzu viel Grund zur Sorge hat der Trainer dennoch nicht, denn auf das neue Berliner Bollwerk ist Verlass. Niklas Stark, Marton Dardai und Linus Gechter sind Herthas neue Wächter. 

Die Lage könnte dramatisch sein. Nach Boyatas Verletzung muss Hertha nach Jordan Torunarigha (Oberschenkel) und Lukas Klünter (Schulter-OP) auf gleich drei Verteidiger verzichten. Der belgische WM-Fahrer zog beim 2:1-Sieg gegen Greuther Fürth einen Muskelfaserriss zu und wird wie Torunarigha und Klünter mehrere Wochen fehlen. 

Dardai lobt Stark: „Weltklasse“

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Dass Dardai nicht angst und bange wird, liegt daran, dass Hertha den Ausfall bisher komplett kompensieren kann. Zum einen, weil Vize-Kapitän Stark (26) gegen Fürth in die Boyata-Rolle schlüpfte, in der Dreierkette im Zentrum statt rechts verteidigte und dafür von Dardai ein dickes Sonderlob bekam: „Niklas war Weltklasse. Er hat das in der Mitte wie ein Papa-Bär gemacht. Das habe ich auch vor allen in der Kabine gesagt.“

Zum anderen, weil Herthas Küken Linus Gechter auch in seinem zweiten Einsatz wie ein alter Hase spielte. In Bochum kam er für Torunarigha in Halbzeit zwei. Gegen Fürth musste er bereits ab der 26. Minute ran und konnte sein Glück über die Heimpremiere kaum fassen. „Was für ein unglaubliches Gefühl“, schrieb Gechter auf Instagram. 

Dardai lobt den erst 17 Jahre alten Rechtsfuß in höchsten Tönen. „Wir sind alle bei Hertha unheimlich stolz auf Linus. Wie er mit Marton gemeinsam immer nach vorne verteidigt hat, das war klasse. Man sieht, dass Linus auf dem Platz Fußball spielen will und nicht einfach nur verteidigt.“

Gechter bekommt Szenenapplaus 

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Das bekamen auch die Fans im Stadion zu sehen. Ohne ein Anzeichen von Lampenfieber behielt Gechter hinten alles im Griff und sorgte vorne sogar für ein Kabinettsstückchen, als er Lucas Tousart mit der Hacke bediente und dafür Szenenapplaus bekam. 

Apropos Tousart: Der Franzose war eigentlich Dardais Notfallplan. Für den Fall der Fälle sollte er aus dem defensiven Mittelfeld in die Abwehr rücken.

Doch weil Marton, selbst noch 19 Jahre jung, nach seiner vierwöchigen Sprunggelenksverletzung direkt an seine bärenstarken Leistungen anknüpft und Gechter auf Anhieb in der Bundesliga mithält, kann Dardai seinen Tousart-Plan ad acta legen. Stattdessen winkt Gechter nun in Leipzig (Sonnabend, 15.30 Uhr) sein erster Startelfeinsatz.

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