Hertha BSC hat es beim HSV selbst in der Hand, ob nach dem Abpfiff mehr ist als nur Lippenbekenntnisse … Imago/Camera 4

Man sagt es gern so dahin, das vom „wichtigsten Spiel“. Bei Hertha BSC trifft das am Montag den Nagel auf den Kopf. Es ist nicht nur das wichtigste der Saison, es ist das wichtigste der jüngeren Vereinshistorie. Ein Aus in der Relegation und das seit Jahren wacklige blau-weiße Gebilde wäre endgültig ein Trümmerhaufen.

Bisher ist der 1. FC Nürnberg im deutschen Fußball der Inbegriff für absolute Deppigkeit, der Klub stieg 1969 als Meister ab. Mit dem siebten Absturz ins Unterhaus wäre dann Hertha unangefochten Spitze in dieser Klamauk-Kategorie. Mit 374 Millionen Euro Investor-Knete im Rücken abzuschmieren, das setzt ganz neue Maßstäbe.

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Hertha BSC stünde splitternackt da

Dazu kommt: Sportdirektor Arne Friedrich ist schon weg, Trainer Felix Magath am Montagabend nach dem Spiel in Hamburg auch. Richtig gute Nachfolger? Bei der Gemengelage schwer zu finden bis überhaupt nicht in Sicht.

Die Mannschaft würde sich in alle Winde zerstreuen, was sportlich allerdings kein Verlust wäre. Gut möglich, dass Boss Werner Gegenbauer schon vor der Mitgliederversammlung am Sonntag die Brocken hinschmeißt.

Und wer will schon garantieren, dass Manager Fredi Bobic den Sturm im Amt übersteht. Hertha stünde in der größten Not dann splitterfasernackt da.

Zweite Liga sorgt für Termin-Druck

Zudem beginnt die Zweite Liga früher als die Eliteklasse, spätestens Mitte Juni muss ein neuer Coach den Großteil einer Mannschaft auf dem Rasen haben, die die sofortige Rückkehr ins Oberhaus packen kann.

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Schwer vorstellbar, dass ausgerechnet das klappt, wo Hertha zuletzt gefühlt einfach gar nichts gewuppt bekam. Gilt auch fürs neue Stadion – als Absteiger hat man bei dem Thema dann auch nicht zwingend bessere Argumente …

Warnende Beispiel gibt es genug

So bitter es ist: Vieles wird Hertha wohl auch ereilen, wenn den Klassenerhalt auf wundersame Weise gelingt. Aber selbst als chaotischer Erstligist wären die Chancen auf eine Wende zum Guten deutlich besser, als sie ein Zweitligist hätte.

Absteigern, bei denen es zugeht wie gerade bei Hertha, droht nämlich schnell mal der ganz tiefe Sturz. Einst glorreiche und für unsterblich gehaltene Klubs, die jetzt fast vergessen im Amateurbereich vor sich hingurken, gibt es mehr genug.

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