Die Hertha-Profis mussten sich von den Fans nach dem 0:2 im Derby beim 1. FC Union einiges anhören. Imago

Zweite Derby-Pleite in der Bundesliga beim 1. FC Union. Nach dem 0:2 an der Försterei steckt Hertha BSC wieder mitten im Abstiegskampf. Nur noch drei Punkte von Platz 16 entfernt. Ideenlos, harmlos, chancenlos. Bei den Blau-Weißen herrscht Alarmstufe Rot-Weiß!

Das Team hat auch in dieser Saison noch immer keine Konstanz gefunden. Es lag nicht am mangelnden Willen oder an taktischer Disziplinlosigkeit, sondern an der wirkungslosen Offensive. „Da brauche ich nicht viele Erklärungen. Wenn du einen schwachen Tag und nicht so viele Torchancen hast, verliert man. Es fehlte vorne der exakte letzte Pass. Wir hatten zum Schluss alle Stürmer auf dem Platz, doch keinen so richtigen Torschuss“, erklärt Dardai am Tag danach.

Eigentlich sollte Stevan Jovetic stürmen, doch der Montenegriner war positiv auf Corona nachgetestet worden. Für ihn lief Kris Piatek auf. Und der Pole enttäuschte wieder mal. Doch an ihm allein kann man das Offensivversagen nicht festmachen. Das wäre ungerecht. Hertha in der Vorwärtsbewegung sieht aus wie ein gerissener Spielfilm: Stotterfußball, bei dem nicht viel zusammenläuft.

Darida fehlt Hertha weiter

Trainer Pal Dardai: Sein Blick sagt alles, er war nach dem 0:2 gegen Union bedient. Foto: Imago Images

„Wir sind dabei, eine neue Achse aufzubauen. Das braucht Zeit“, sagt Pal Dardai. Und es braucht auch mal Kontinuität. Eigentlich sollte Vladimir Darida als agiler Zehner aufgebaut werden, mit ihm spielte Hertha erfolgreicher und zielstrebiger. Aber der Tscheche wird wegen Oberschenkelverletzung oberhalb des Knies noch Wochen fehlen. Kein anderer – weder Kevin-Prince Boateng noch Suat Serdar, Jurgen Ekkelenkamp, Jovetic oder Ishak Belfodil – hat sich bisher als Zehner, als echter Fädenzieher im Offensivspiel aufgedrängt. Der im September geholte Franzose Myziane Maolida saß 90 Minuten auf der Bank. „Myziane weiß, warum er nicht spielt. Aber das gehört nicht in die Öffentlichkeit“, deutet Pal Dardai seine Unzufriedenheit an.

Hertha braucht Tore gegen Augsburg

Es herrscht mal wieder Alarmstufe Rot-Weiß. Eine Derby-Pleite schmerzt mehr als jede andere Niederlage. Deswegen haut Dardai jetzt auch nicht auf seine Spieler drauf. Aber er hat auch erkannt: „Es fehlte die Spritzigkeit. Die Mannschaft war körperlich nicht so fit. Ich muss mit den Spielern einen ehrlichen Dialog führen. Haben wir zu viel oder zu wenig trainiert?“

Vor zwei Jahren gab es mit einem 0:1 die erste Oberhaus-Schlappe in Köpenick. Sie war der Vorbote für eine katastrophale Saison. Zwei Wochen später musste Ex-Trainer Ante Covic gehen – nach einem 0:4 in Augsburg.

Der FCA ist Sonnabend Herthas Gegner und der Druck ist gewaltig. Bei einer Heimpleite gegen den Bayern-Besieger (2:1) droht der Abstiegssumpf. „Wir wollen bis zur Winterpause über 20 Punkte haben“, erklärte Dardai. Ohne Tore gibt es die nicht.

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