Endlich mal wieder Jubeln: Hält das Bayern-Besieger-Gesetz, dürfen sich Herthas Matteo Guendouzi und Niklas Stark (r.) am Montag in Mainz freuen. Imago

Das Kribbeln wird immer stärker. Gespannt warten alle Hertha-Fans genau wie Cheftrainer Pal Dardai auf den Neustart. Das erste Nachholspiel in Mainz (Montag, 18 Uhr) wird für alle Blau-Weißen nach nur drei Trainingstagen zum Kraftakt. Doch dank des Bayern-Fluchs ist Hertha dem so wichtigen Sieg in Mainz ganz nah!

Auf dem Papier scheint die Sache klar. Auch die Buchmacher glauben eher an einen Mainzer als an einen Hertha-Sieg.

Wen wundert’s: Während die Blau-Weißen in der Quarantäne zum Zuschauen verdammt wahren, holten die 05er sieben Punkte. „Mainz hat mich überrascht“, gesteht auch Herthas Sportdirektor Arne Friedrich.

Dabei galt der selbst ernannte Karnevalsverein zum Ende der Hinrunde als sicherer Absteiger. Nur die bessere Tordifferenz trennte Mainz als Vorletzter von den desaströsen Schalkern.

Lesen Sie auch: Wunder-Serie Teil 9: Axel Kruse bei Hertha BSC – zweite Heimat für einen Flüchtling >>

Mainz in der Rückrunde Fünfter 

Doch während der Revierklub längst als erster Absteiger feststeht, hauchte Bo Svensson dem Mainzer Team als bereits vierter (!) Trainer in dieser Saison (zuvor probierten sich Achim Baierlorzer, Jan-Moritz Lichte und Jan Siewert) neues Leben ein. Seitdem reiten die 05er auf einer nicht enden wollenden Erfolgswelle.

Die Krönung auf die bärenstarke Rückrunde (Mainz holte bisher einen Punkt mehr als der BVB) folgte vergangene Woche: Durch den 2:1-Sieg gegen den FC Bayern vermasselten die Mainzer den Münchnern die vorzeitige Meisterfeier. „Man muss sagen, dass sie jetzt fast nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben“, gesteht auch Friedrich.

Lesen Sie auch: Fenster auf, Aerosole raus! Pal Dardais Rettungsplan für Hertha: Lüften, trainieren und siegen >>

Auch für Dardai sind die Mainzer, die nun zwar zwei Spiele mehr, dafür aber acht Punkte Vorsprung auf Hertha haben, kein direkter Keller-Konkurrent mehr: „Sie haben eine sehr körperliche, sehr starke Mannschaft. Der neue Trainer hat es hinbekommen, dass alle laufen und alle motiviert sind.“

Dafür ist Bremen wieder mittendrin im Überlebenskampf. Für Friedrich alles zweitrangig: „Wir müssen an uns glauben. Wir haben es selbst in der Hand. Das zählt.“

Hält das Bayern-Besieger-Gesetz, dann ...

Hertha setzt nach der Corona-Quarantäne neben Dardais gutem Gefühl vor allem auf den Jetzt-erst-recht-Effekt. Doch Hoffnung macht auch der berühmte Bayern-Fluch: Denn wer auch immer den Rekordmeister in dieser Saison besiegen konnte, gewann nie das darauffolgende Spiel. Drei von viermal gingen die Bayern-Besieger im nächsten Spiel sogar als Verlierer vom Platz.

Lesen Sie auch: Herthas Arne Friedrich vor dem Neustart: „Wir wissen ganz genau, was wir zu tun haben“ >>

Hoffenheim verlor nach einem 2:1-Sieg in Frankfurt mit 1:2. Mönchengladbach holte nach dem 3:2 gegen den FC Bayern beim VfB Stuttgart nur ein 2:2. Frankfurt putze Bayern zwar mit 2:1, verlor danach aber in Bremen (1:2).

Hält das Bayern-Besieger-Gesetz auch am Montag, ist Hertha dem so wichtigen Sieg ganz nah.