Im Hinspiel rieb sich Vedad Ibisevic (l.) an Unions Marvin Friedrich auf. Trifft er am Freitag im Rückspiel, könnte ihm ein neuer Vertrag winken. Foto: Matthias Koch

Hängt Vedad Ibisevic noch ein blau-weißes Jahr dran? Hertha-Manager Michael Preetz will nach dem jüngsten starken Auftritt vom Routinier eine weitere Vertragsverlängerung mit dem Bosnier nicht ausschließen, verweist aber auf die Corona-Gesamtsituation. „Es ist gar nichts beschlossen“, sagte Preetz zu einem möglichen Abschied oder einem Bleiben von Ibisevic.

Der Vertrag des Stürmers, der im August 36 Jahre alt wird und sich selbst schon scherzhaft als Opa bezeichnete, läuft zum Saisonende aus. Zwar ist die direkte Konkurrenz im Angriff seit den Winter-Transfers von Krzysztof Piatek und Matheus Cunha groß. Doch auch Preetz ist nicht entgangen, mit welcher Leidenschaft und Power Ibisevic weiterhin in jedes Spiel geht. „Jede Spieler ist eingeladen, sich zu zeigen, gerade beim neuen Trainerteam“, bemerkte der Manager. Ibisevic war vom neuen Hertha-Chefcoach Bruna Labbadia beim 3:0-Sieg in Hoffenheim überraschend für Piatek in die Startelf gestellt worden und konnte mit einem Treffer und einer starken Leistung überzeugen. Ibisevic selbst hatte erst vor Kurzem verkündet, dass er seine Karriere definitiv noch nicht beenden wolle. 

Jeder kann sich zeigen

Eine direkte Ableitung auf eine Vertragsverlängerung für den Stürmer, der in 332 Bundesliga-Spielen satte 124 Tore erzielte , wollte Preetz nicht ziehen: „Es ist eine große Möglichkeit für uns, bis zum Sommer nochmal jeden Spieler zu sehen. Jeder Spieler hat seine Chance, sich zu empfehlen.“ In Hoffenheim sei nicht nur Ibisevic, sondern beispielsweise auch Peter Pekarik, dessen Vertrag ebenfalls ausläuft, ein Beispiel dafür gewesen.

Dass auch Ibisevic nach den Toren in Hoffenheim nicht gerade nach den Hygiene-Empfehlungen der Deutschen Fußball-Liga (DFL) gejubelt hatte, führte zu einer öffentlichen Diskussion. „Das ist gar nicht so einfach“, wiederholte Labbadia. Gerade beim anstehenden Derby am Freitag gegen den 1. FC Union seien Emotionen sehr wichtig. „Auf der anderen Seite habe ich gesagt, dass wir ein bisschen vorsichtiger sein müssen“, berichtete der Trainer von einem Gespräch mit dem Team: Man müsse „noch ein Stück aufmerksamer sein und ein bisschen auf Abstände achten“, auch wenn beim Torjubel immer die pure Freude dabei sei.