Ciao Italia! Sami Khedira (r.) wechselt von Jueventus Turin zu Hertha BSC und soll die Blau-Weißen vor dem Abstieg retten. Foto: Imago

Unglaublich, aber wahr: Der Weltmeister ist da! Sami Khedira (33) ist tatsächlich Herthaner. Der Ex-Nationalspieler kommt von Italiens Spitzenklub Juventus Turin, unterschreibt einen Vertrag bis zum Sommer. Damit nicht genug: Mit Nemanja Radonjic (24) bekommt Hertha-Trainer Pal Dardai einen Offensivspieler, der die Blau-Weißen mit Tempo und Toren aus dem Tabellenkeller schießen soll.

„Hertha BSC hat sich sehr um mich bemüht und bietet mir die Möglichkeit auf eine Rückkehr in die Bundesliga. Dafür bin ich dankbar und ich kann den Moment ehrlich gesagt kaum abwarten, das erste Mal im blau-weißen Trikot auf dem Platz zu stehen“, freut sich Khedira, dessen Verpflichtung für Hertha ein echter Coup ist.

Der Weltmeister von 2014 bringt mächtig Strahlkraft mit. Dabei soll Khedira für seine Bundesliga-Rückkehr auf viel Geld verzichten. Rund zwei Millionen Euro wird der Ex-Nationalspieler bis zum Sommer bei Hertha verdienen. Dafür konnte Interims-Manager Arne Friedrich auf der anderen Seite sparen: Turin lässt Khedira, dessen Vertrag im Sommer nach sechs Jahren ausgelaufen wäre, ablösefrei ziehen.

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Sami Khedira (33) weiß bereits, wie gut man in Berlin feiern kann. Nun will der Weltmeister von 2014 mit Hertha BSC jubeln.

Klar ist: Mit Khedira verfügt Hertha über einen echten Leader, der die seit dem Sommer entfachte Führungsspieler-Debatte sofort ersticken könnte. Khediras Wort wird in der Kabine Gewicht haben.

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Offen ist dagegen, inwiefern der verletzungsanfällige Mittelfeldmann Hertha sportlich weiterhilft. Voll im Saft kann Khedira gar nicht stehen. Im vergangenen Jahr kam er im Piemont auf magere 30 Pflichtspielminuten. Eine OP wegen Herzrhythmusstörungen und zwei schwere Knieverletzungen warfen den nach dem blamablen Gruppen-Aus bei der WM 2018 von Bundestrainer Jogi Löw ausbooteten Nationalspieler immer wieder zurück. Khedira selbst hebt aber den Daumen: „Ich fühle mich körperlich sehr gut.“

Ebenfalls wenig Risiko geht Hertha bei der Leihe von Radonjic ein. Der Serbe wird bis Sommer von Olympique Marseille ausgeliehen und soll vor allem auf dem linken Flügel den weiterhin am Knie verletzten Flitzer Javairo Dilrosun ersetzen, nachdem der Deal mit Bremens Milot Rashica scheiterte. Schlägt der 20-fache Nationalspieler ein, kann Hertha ihn  dem Vernehmen nach für zehn bis 15 Millionen Euro fest verpflichten. Radonjic, der 2018 aus der Talentschmiede von Roter Stern Belgrad für 12 Millionen Euro ans Mittelmeer wechselte, erzielte für Olympique in zweieinhalb Jahren und 62 Pflichtspielen acht Tore und legte drei Treffer direkt auf. „Mit Nemanja bekommen wir einen Offensivspieler, der mit seiner Beidfüßigkeit und seiner Geschwindigkeit unser Flügelspiel beleben wird“, freut sich Friedrich.

Das wird auch Dardai hoffen. Klar ist: Weitere Zugänge, auch vertragsloser Spieler, sind in dieser Saison nicht mehr möglich.