Stürmer Kris Piatek schaut nicht zurück auf seine Zeit bei Hertha BSC und trifft in Florenz wieder regelmäßig. Imago

In der Krise kommt es bekanntlich meist knüppeldick. Als seien der Hohn und Spott über Hertha BSC nach dem trostlosen 1:4 gegen Frankfurt nicht schon hart genug, legt jetzt auch noch Ex-Stürmer Krzysztof Piatek den Finger in die blau-weiße Wunde. Während Hertha mittlerweile den drittschlechtesten Angriff der Liga hat, trifft der Pole, im Januar nach Florenz geflüchtet, in der Serie A nämlich wieder, wie er will.

Piatek macht in der Toskana seinem ihm in Italien verpassten Spitznamen wieder alle Ehre. Denn der „Pistolereo“ hat seine blau-weiße Ladehemmung überwunden und ballert sich in Florenz den Frust von der Seele.

Drei Tore in den vergangenen vier Liga-Spielen, dazwischen ein Doppelpack im Pokal gegen Champions-League-Teilnehmer Atalanta Bergamo, lassen Piatek und Florenz weiter von Europa träumen.

Hertha-Fans kritisieren Bobic – auch wegen Piatek

Hertha-Leihgabe Kris Piatek und sein Pistolen-Jubel. In Florenz darf sich der polnische Stürmer endlich wieder über Tore freuen. Imago

Bei Hertha hingegen sorgt Piateks Torlauf bei den Fans für noch mehr Frust. Viele ließen am Montag bei Twitter ihren Dampf ab, kritisierten neben der taktischen Spielweise und einzelnen Personalentscheidungen von Trainer Tayfun Korkut auch die Kaderplanung von Sportchef Fredi Bobic. Der Name Piatek wurde dabei immer wieder genannt.

Letztes Jahr retteten Hertha BSC schließlich vor allem die Einzelkönner Matheus Cunha, Jhon Cordoba und Piatek mit ihren Toren vor dem drohenden Abstieg. Bobic mistete die Egoisten aus, zweifelt weiterhin an der Einstellung einiger Spieler. Trotz Bobics offener Drohung konsequent durchzugreifen, trat Korkuts Elf einmal mehr desolat am vergangenen Wochenende auf.

Viele Fans fragen sich: Wer soll den blau-weißen Karren diesmal aus dem Dreck ziehen?

Piatek bringt Hertha Millionen statt Tore

Die Antwort: Piatek, den Hertha einst für 24 Millionen vom AC Mailand kaufte und bis zum Sommer an Florenz verlieh, jedenfalls nicht. Die Blau-Weißen sparen sich zwar Piateks hohes Jahresgehalt, das bei mehr als fünf Millionen Euro liegen soll. Doch seine Tore wären derzeit um einiges wichtiger.

Immerhin: Indirekt profitiert auch Hertha von Piateks wiedergefundenem Torriecher. Florenz kann ihn im Sommer per Kaufoption für rund 15 Millionen Euro fest verpflichten. Geld, das Hertha trotz der 374-Windhorst-Millionen dringend braucht, um den Kader im Sommer zu verstärken.

Oder um die Mindereinnahmen in der Zweiten Liga zu kompensieren ...

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