Santiago Ascacibar schirmt den Ball gegen Bayerns Leroy Sane ab. In Stuttgart wartet der nächste Härtetest auf den Argentinier. Foto: imago images/Koch

Hertha BSC steht mies da, doch das muss nicht so bleiben. Wie man nach einer schlimmen Zeit wieder nach oben kommt, zeigt bei den Blau-Weißen Santiago Ascacibar (23). Sonnabend (15.30 Uhr) kehrt der Gaucho-Kämpfer zurück zu seinem Ex-Klub VfB Stuttgart – endlich als Stammspieler.

„Mit Santi Ascacibar und Lucas Tousart hat es zuletzt gut funktioniert. Sie haben sehr gut zusammengespielt“, sagt Hertha-Trainer Pal Dardai. So gut, dass sogar Rio-Weltmeister Sami Khedira noch nicht zum Zug kommt, sondern nur als Joker dabei sein wird.

Vor ein paar Wochen wäre der neue Status des Argentiniers im Team noch undenkbar gewesen. Denn Ascacibar hat ein ganz schlimmes Jahr hinter sich. Im Januar 2020 wechselte er vom damaligen Zweitligisten aus dem Ländle an die Spree. Beim VfB hatte er in zweieinhalb Jahren nie Verletzungsprobleme, auch sein Start bei den Blau-Weißen sah vielversprechend aus. Bei Ex-Trainer Jürgen Klinsmann war er Stammspieler. Als Bruno Labbadia kam, verletzt er sich im Mai – schwere Fußprellung, wochenlang Airwalker, Saison-Aus!

Mit neuem Mut ging der Argentinier in die Sommervorbereitung. Doch da brach die Verletzung wieder auf. Im Oktober der nächste Comeback-Versuch. Doch diesmal streikte der Oberschenkel – Muskelverletzung. Bis Anfang Januar war Ascacibar wieder kaputt. Doch er kämpfte sich wieder ran.

Pünktlich zur Rückkehr von Dardai als Trainer war er endlich wieder fit. Der Ungar, der auf solide Kampfart in der Defensive Wert legt, setzte ihn sofort ein. Und wurde bestätigt. „Wir brauchen Balleroberer im Mittelfeld. Santi ist einer“, so Dardai.

Für den Gaucho wird die Partie bei seinem ehemaligen Verein zum echten Härtetest, denn die Stuttgarter spielen mit aggressivem Pressing und haben schnelle Spieler. Erfüllt er seinen Job, dann wird es auch Hertha bessergehen.

Ascacibar kann plötzlich der große Retter im Abstiegskampf werden und damit könnte er seinem großen Traum einen Schritt näher kommen: „Ich möchte im Sommer bei der Copa Americana für Argentinien spielen.“

Die Amerikameisterschaft findet nämlich in seinem Heimatland und Kolumbien statt. Sein letztes Länderspiel für die Gauchos liegt über zwei Jahre zurück. Doch das hindert ihn nicht, an das große Ziel zu glauben. Doch erst mal muss er Hertha retten. In Stuttgart wäre dafür ein guter Anfang.