Arne Friedrich (r.) agiert ab sofort als Hertha-Sportdirektor unter Geschäftsführer Michael Preetz.  Foto: City-Press

Er sprüht vor Tatendrang. Arne Friedrich (41) wird neuer blau-weißer Sportdirektor. Der langjährige Hertha-Profi widerspricht Gerüchten um eine Entmachtung von Manager Michael Preetz und erklärt seine neue Position.

„Ich habe unglaubliche Lust darauf. Das ist eine tolle Aufgabe“, freut sich Friedrich in seinem ersten Video-Interview in neuer Rolle. „Hertha hat einen großen Stellenwert für mich. Hier bin ich zum Nationalspieler geworden. Für mich schließt sich ein Kreis“, erklärt der Ex-Verteidiger, der von 2002 bis 2010 in 288 Pflichtspielen für die Blau-Weißen auf dem Platz stand.

Für Hertha verlegt der Wahl-Kalifornier seinen Wohnsitz zurück nach Berlin. Dass seine Beförderung vom Performance-Manager zum Sportdirektor eine Entmachtung von Manager Michael Preetz sei, widerspricht Friedrich vehement: „Das ist Quatsch. Die Rollenverteilung ist klar. Michael Preetz ist Geschäftsführer Sport und mein Vorgesetzter. Es war sein Wunsch noch eine weitere Ebene einzufügen, die ihn unterstützt.“ Dabei sei eine gewisse Reibung ausdrücklich gewünscht: „Ich bin kein Ja-Sager. Es geht darum, eine gute Kultur aufzubauen. Natürlich sind wir ab und zu unterschiedlicher Meinung. Davon lebt das ja“, erklärt Friedrich.

Als Sportdirektor sei er „Bindeglied zwischen Mannschaft, Trainerteam und dem Manager. Ich bin nah am Team, werde auf der Bank sitzen und kein Büro in der Geschäftsstelle beziehen“, erklärt Friedrich.

Auffällig: Anders als unter Ex-Trainer Jürgen Klinsmann, der ihn im Oktober zum Performance-Manager machte, spricht Arne nicht mehr von „größenwahnsinnigen Zielen“. Mit der neuen Verantwortung sagt er: „Wir wollen nach oben. Aber wir müssen schauen, wo wir vor der nächsten Saison stehen.“

Apropos Klinsmann: Dass er zwischen den Stühlen saß, als der Ex-Bundestrainer nach seinem Rücktritt eine Schlammschlacht eröffnete, merkt man Friedrich an. Der langjährige Hertha-Kapitän schaut lieber nach vorn: „Die Arbeit mit Bruno Labbadia und seinem Trainerteam harmoniert unglaublich gut. Jetzt müssen wir zeigen, dass diese Entscheidung absolut sinnvoll war.“

Damit es für Hertha nach oben geht, wird auf dem Transfermarkt, der wegen der Corona-Pandemie ausnahmsweise bis zum 5. Oktober geöffnet hat, nach Verstärkungen gefahndet. Friedrich ist da voll involviert. Wie viel Zugänge geplant sind, ob Kapitän Vedad Ibisevic (35) doch einen neuen Vertrag bekommt – dazu will er noch nichts sagen: „Entscheidend ist, dass wir uns qualitativ verbessern.“ Und dafür muss nun auch er als Sportdirektor sorgen.