Hertha-Coach Felix Magath muss sein Team nach dem Absturz auf Rang 16 wieder aufbauen. dpa/Andreas Gora

Super-GAU oder Last-Minute-Rettung? Die Relegationsspiele zwischen Hertha BSC und dem Hamburger SV halten zwei Metropolen in Atem. Lesen Sie hier alles, was Sie jetzt noch über den Fußball-Krimi wissen müssen.

Wo werden die Spiele gezeigt? Die Play-offs um den letzten freien Platz in der Bundesliga für die Saison 2022/23 werden im Hin- und Rückspiel ausgetragen. Los geht es an diesem Donnerstag (19. Mai) in der Hauptstadt, die Entscheidung fällt am Montag (23. Mai) in Hamburg. Anpfiff ist jeweils um 20.30 Uhr, Sat.1 überträgt beide Partien in Free-TV ebenso live wie der Bezahl-Sender Sky. Wolff-Christoph Fuss (45) wird die Spiele bei Sat.1 kommentieren.

Ganz wichtig: Wie im Europacup fällt auch in der Relegation die Auswärtstor-Regel weg. Heißt: Herrscht nach Hin- und Rückspiel Torgleichstand, geht es in die Verlängerung und gegebenenfalls ins Elfmeterschießen. 2014 hatte der HSV so Greuther Fürth bezwungen, ein 1:1 auswärts reichte nach einer Nullnummer im Volkspark für den Klassenerhalt. Union stieg 2019 aufgrund der Auswärtstorregel nach einem 2:2 in Stuttgart und einem 0:0 in Köpenick auf. Dieser Modus ist Vergangenheit.

Tickets: Wer Dauerkarteninhaber war oder das vor Kurzem angebotene Fünf-Spiele-Ticket erworben hat, kommt am Donnerstag für lau ins Olympiastadion rein. Hertha hält für die Hanseaten die offiziellen zehn Prozent bereit. Dennoch kann man davon ausgehen, dass mehr als 7500 Hamburger den Weg in die Hauptstadt finden werden. Umgekehrt stellt der HSV den Hertha-Fans übrigens auch nur die offiziellen zehn Prozent an Eintrittskarten zur Verfügung. Damit können 5700 Anhänger der Blau-Weißen beim Rückspiel dabei sein.

50.000 der gut 76.000 verfügbaren Karten für das Spiel am Donnerstag sind schon verkauft. Auch wenn es dabei einige Pannen gab. „Ich werde dazu auf der Mitgliederversammlung Auskunft geben. Schon mal auf diesem Weg: Das haben wir nicht gut gelöst und ich entschuldige mich dafür bei allen Betroffenen“, schrieb Hertha-Geschäftsführer Ingo Schiller bei Twitter.

Zweitligist mit Heimrecht im Rückspiel als Ausgleich

Wussten Sie das? Der Zweitligist hat im Rückspiel immer Heimrecht, weil deren Saison mit den Spielen am Sonntag ja später endete als die der Bundesligisten mit ihrem Sonnabend-Spieltag. Das Heimrecht im Rückspiel soll also ein kleiner Ausgleich dafür sein, dass man weniger Regenerationszeit hat als der Erstligist.

Historisch: Seit der Einführung der Relegation 2009 gab es nur drei Zweitligisten, die sich durchsetzen konnten. Gleich im ersten Jahr kegelte Nürnberg Energie Cottbus aus der Eliteliga, 2012 zog Hertha gegen Fortuna Düsseldorf den Kürzeren, vor drei Jahren scheiterte Stuttgart am 1. FC Union. Doch insgesamt steht es 10:3 für die Erstligisten. Witzigerweise ist es bei der Relegation zur Zweiten Liga umgekehrt. Neunmal konnte sich da der Drittligist durchsetzen, viermal nur der Zweitligist retten.

Die Statistik: Nach der müsste Hertha einpacken. In der einzigen Relegation ging es 2012 runter in Liga zwei. Der HSV entschied seine beiden Relegationsteilnahmen für sich. 2014 setzten sich die Rothosen gegen Fürth durch, ein Jahr darauf gegen den Karlsruher SC. Auch das Momentum spricht nicht für die Jungs aus dem Westend. Am letzten Spieltag rutschte die Truppe von Felix Magath erst in der Nachspielzeit auf Rang 16. Der HSV hingegen konnte einen Rückstand drehen und Platz drei behaupten, der monatelang außer Reichweite schien.

Herthas Santiago Ascaciber ist gesperrt

Gelbe Gefahr: Die Karten aus der Liga zählen weiter. Fragen Sie mal nach bei Unions Kapitän Christopher Trimmel. Der kassierte beim 2:2 in Stuttgart seine fünfte Verwarnung und durfte in der Alten Försterei im Rückspiel nur zusehen. Gemischte Gefühle herrschen bei den Blau-Weißen, was die Gelbe Gefahr angeht!

Einzig Stefan Jovetic ist mit vier Gelben Karten vorbelastet, ihm droht für das Rückspiel eine Sperre. Aber Defensivspezialist Santiago Ascacibar wird im Olympiastadion nicht spielen können. Der Argentinier sah in Dortmund vor dem umstrittenen Handelfmeter für Borussia, der dann zum 1:1 (68.) führte, wegen Meckerns seine fünfte Gelbe und ist damit gesperrt. Beim HSV muss keiner passen, aber das Duo Bakery Jatta und Mikkel Kaufmann, Torschütze beim 3:2 in Rostock, steht bei je vier Gelben Karten.

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