Im Dezember 2017 konnte Doppeltorschütze Davie Selke Herthas sensationellsten Sieg der vergangenen zehn Jahre bejubeln: 3:2 bei RB Leipzig mit nur zehn Mann. Foto: Imago Images/Picture Point

Abstieg schon besiegelt oder geht da noch was? Nach Herthas 0:1 im Relegations-Hinspiel gegen den HSV im Olympiastadion ist die Stimmung bei Fans und Spielern im Keller. Vor dem entscheidenden Rückspiel am Montag (20.30 Uhr) in Hamburg müssen die Köpfe wieder nach oben. Deswegen nennt der KURIER sieben Mutmacher, damit Hertha doch noch in der Bundesliga bleibt.

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Überraschungs-Ei Hertha

Wenn du denkst, da geht nichts mehr, kommt von irgendwo ein Sieg daher. Das ist seit Jahren die DNA des Klubs. In fast hoffnungsloser Lage schaffte Hertha immer wieder überraschende Erfolge. Beispiele: Bei Angstgegner RB Leipzig gewann Hertha im Dezember 2017 mit nur zehn Mann mit 3:2. Damals hatte keiner einen Pfifferling auf die Blau-Weißen gesetzt. Doch dann gab es dieses Weihnachtsgeschenk. Es war der sensationellste Sieg der letzten zehn Jahre.

Die stärksten Saison-Siege

In der Dauerkrisen-Saison konnten alle drei Trainer auch mal richtig jubeln. Pal Dardai schaffte nach einem Katastrophenstart am 8. Spieltag ein 2:1 bei Europacup-Sieger Eintracht Frankfurt. Mit Tayfun Korkut gewannen die Blau-Weißen am 17. Spieltag 3:2 gegen Borussia Dortmund. Felix Magath jubelte bei seinem Debüt über ein 3:0 gegen den damaligen Tabellen-Vierten Hoffenheim. Das war am 26. Spieltag überhaupt die Wiederbelebung von Hertha BSC nach einer bis dahin sieglosen Rückrunde.

Existenzkampf erprobt

Vergangene Saison konnten Herthas Spieler doch noch am Ende jubeln - trotz Spielemarathon im Endspurt. Foto: Imago Images/Camera4

Vergangene Saison war der Abstiegskampf noch härter. Wegen kollektiver zweiwöchiger Corona-Quarantäne mussten die Blau-Weißen im Saison-Endspurt sechs Spiele in 20 Tagen machen. Sie schafften den Klassenerhalt in nur fünf Spielen (zwei Siege, drei Unentschieden), waren am 33. Spieltag gerettet. Die Erfolgsaussichten waren damals niedriger als jetzt. In 90 Minuten ist es wirklich leichter, ein 0:1 in einem Rückspiel aufzuholen.

Köln blieb auch drin

Auch der 1.FC Köln verlor vergangene Saison sein Relegations-Hinspiel im eigenen Stadion mit 0:1 gegen Holstein Kiel. Im Rückspiel an der Ostsee gewannen sie dann 5:1. Hertha, ein 2:0 in Hamburg  reicht doch schon.

Noch-Nie-Absteiger Magath

Trainer Felix Magath stieg noch nie aus der Bundsliga mit einem Verein ab. Foto: Imago Images

Trainer Felix Magath ist in seiner Karriere noch nie mit einem Klub abgestiegen. Alle Rettungsaktionen (beim HSV, Frankfurt, Stuttgart, Wolfsburg) waren erfolgreich. Warum sollte es diesmal anders sein?

Auswärtsbilanz beim HSV

Von den letzten fünf Spielen in Hamburg gewannen die Blau-weißen drei (zwei Niederlagen). In Hamburgs Abstiegssaison 2017/18 siegte Hertha dabei mit 2:1. Dieses Ergebnis am Montag würde die Verlängerung bedeuten (Auswärtstore zählen nicht mehr doppelt).

Ascacibar wieder dabei

Herthas Vorzeigekämpfer Santiago Ascacibar kassierte beim 1:2 in Dortmund seine fünfte Gelbe Karte und war im Hinspiel gegen den HSV gesperrt. Foto: Imago Images/RHR/Ewert

Im Hinspiel war Santiago Ascacibar wegen der fünften Gelben Karte sperrt. Er fehlte im Mittelfeld überall. Durch seine giftigen Zweikämpfe und seine Laufleistung reißt der Argentinier immer wieder Lücken für die Mitspieler, damit sie dynamischer Angriffe vortragen können. Magath sah durch Ascacibars Fehlen einen Grund für die Heimpleite: „Wir haben im Mittelfeld nicht so viel Kontrolle gehabt und so viele Zweikämpfe gewonnen, wie wir es gebraucht hätten, um Übergewicht zu erlangen.“

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