Die Tinte ist trocken: Alexander Schwolow (l.) und Manager Michael Preetz bei der Vertragsunterschrift.  Foto: City-Press

Die Würfel sind gefallen, der Poker beendet. Freiburgs Alexander Schwolow (28) fordert den bisherigen blau-weißen Stammkeeper Rune Jarstein (35), kämpft mit dem Norweger ab sofort um den Nummer-eins-Status bei Hertha BSC. 

Dass Bewegung in der Personalie war, verriet Bruno Labbadia (54) nur wenige Stunden vor der Verpflichtung. „Wir sind guter Hoffnung, dass wir das hinbekommen. Bis Oktober sollte es auf jeden Fall nicht dauern“, erklärte der Cheftrainer nach der Vormittagseinheit. 

Nur kurze Zeit später war die Tinte trocken. Mit Alexander Schwolow bekommt Labbadia genau den Torhüter, den er sich wünschte: „Neben dem Torwartspiel muss uns der Neue auch fußballerisch weiterbringen, weil das für unsere Spielidee wichtig ist."

Dabei schien der Wiesbadener schon auf dem Weg in den Pott. Seit Monaten wurde er mit einem Wechsel zu Schalke 04 in Verbindung gebracht. Doch die nicht erst seit der Corona-Krise klammen Knappen konnten die festgeschriebene Ablösesumme in Höhe von acht Millionen Euro nicht stemmen. Der Deal platzte und Hertha schlug zu, stattete Schwolow mit einem mehrjährigen Vertrag aus. 

„Nach großartigen Jahren in Freiburg wurde es Zeit für eine neue Herausforderung", lässt sich Schwolow zitieren. Der Schlussmann weiter: „Die Gespräche mit Bruno Labbadia und Michael Preetz waren von Beginn an absolut klar und fair, ich konnte mich mit ihren Ideen und der Rolle, die ich hier spielen soll, absolut identifizieren. Hertha BSC hat eine große Tradition und ich möchte jemand sein, der mit viel Leidenschaft mithilft, den Verein weiter nach vorne zu entwickeln.“

Fünf Wochen hat Schwolow nun Zeit, um das Duell mit Platzhirsch Jarstein bis zum Saisonstart für sich zu entscheiden. Klar ist: Der Neue ist gekommen, um zu spielen. Seit 2016 hütete er das Tor der Breisgauer und kommt mit der Erstliga-Erfahrung von 125 Spielen nach Berlin. Zu seinen Stärken zählt neben den von Labbadia geforderten fußballerischen Fähigkeiten vor allem das Eins-gegen-Eins. Auch auf der Linie zeigte Schwolow besonders in der vergangenen Saison überragende Reflexe und gehörte zu den besten Keepern der Liga. Nach dem Abgang von Ersatzkeeper Thomas Kraft erhält Schwolow dessen freigewordene Rückennummer 1.  

Entsprechend froh ist Manager Michael Preetz: „Er ist mit seinen 28 Jahren erfahren und hat in den vergangenen Jahren gezeigt, auf welchem Niveau er in der Bundesliga spielen kann. Dazu passt er als Typ sehr gut in unseren Kader.“