Fredi Bobic hat ein scharfes Auge, wenn es darum geht, die richtigen Profis zu verpflichten.  Foto: dpa

Die Gegenwart ist bedrohlich, die Zukunft soll rosig werden. Hertha BSC hat mitten im Abstiegskampf Manager Fredi Bobic von Eintracht Frankfurt abgeworben. Achtung Hertha-Profis, von nun an geht es nicht nur um die nötigen Punkte für den Verein, sondern auch um euren Job.  Ab jetzt schaut Bobic genau zu!

Frankfurts Erfolgsmanager ließ die Katze endgültig aus dem Sack und erklärte vor laufender TV-Kamera: „Ich brauche nicht groß rumeiern. Man war vorbereitet darauf, dass die Situation kommt, dass ich im Sommer den Verein verlassen werde.“

Eintrachts Aufsichtsrat versuchte über Wochen, Bobic doch noch zu halten, und biss auf Granit. „Es ist eine persönliche Sache, und das haben sie auch verstanden“, so der Ex-Nationalspieler.

Die persönliche Sache ist ganz klar. Bobic‘ Wahlheimat ist Berlin. Hier hat er ein Haus gebaut, hier wohnt seine Familie. Und hier kann der Transfer-Cleverle eine neue Herausforderung bei seinem kriselnden Ex-Klub Hertha, für den er von 2003 bis 2005 spielte, annehmen.

Noch halten sich die blau-weißen Bosse bedeckt und erklärten nur, dass sie einen Nachfolger für den gefeuerten Michael Preetz suchen: „Es wurde ein Personalausschuss gebildet, um den Prozess durchzuführen. Mehr gibt es zum jetzigen Zeitpunkt dazu nicht zu sagen, da es sich um einen laufenden Prozess handelt.“

Übersetzt heißt das: Die Bobic-Verpflichtung ist beschlossen, jetzt geht es nur noch um letzte Vertragsdetails und eine Ablösesumme an Eintracht, weil Bobic noch einen laufenden Vertrag bis 2023 hat. Man wartet nur noch, bis eine Unterschrift da ist. Bobic wird kommen. Es ist sogar möglich, dass die enttäuschten Frankfurter den Manager schon vor Saisonende freistellen. Das werden die nächsten Tage zeigen.

Die Hertha-Spieler stehen damit im doppelten Fokus. Nicht nur Trainer Pal Dardai und Sportdirektor Arne Friedrich werden sich im Abstiegskampf  ein genaues Bild von jedem einzelnen Profi machen, sondern auch Bobic wird seine Schlüsse ziehen, wer die Blau-Weißen in Zukunft auf dem Rasen wirklich weiterbringt.

Der Druck auf die Mannschaft wächst ab jetzt von Spiel zu Spiel. Nach neun Partien ohne Sieg inklusive des Härteprogramms gegen die Topteams Frankfurt, Bayern, Leipzig und Wolfsburg muss Sonnabend (15.30 Uhr) gegen den vermeintlich leichteren Gegner FC Augsburg ein Dreier her, sonst geht die Abwärtsspirale gnadenlos weiter. Ein kompletter Neuaufbau in der Zweiten Liga wäre selbst für Bobic eine ziemlich heikle Mission …