Enttäuschung in jedem Gesichtsmuskel: Herthas Verteidiger Niklas Stark und Jordan Torunarigha nach dem 1:3 gegen Köln. Foto: Imago Images/nordphoto/Engler

Wie zum Start der Hinrunde. Hertha verliert 1:3 gegen den 1. FC Köln. Der Auftakt ins neue Jahr ging komplett nach hinten los. Chance auf ein bisschen Aufschwungstimmung, gerade nach dem 3:2 gegen Dortmund vor Weihnachten, nicht genutzt. Ach Hertha, das werden wieder nur noch 16 Spiele gegen den Abstieg.

Die Blau-Weißen kommen einfach nicht aus der Gefahrenzone weg. Nur drei Punkte Vorsprung auf den Tabellensechzehnten Augsburg. Mit einem Sieg gegen Köln hätte Hertha einen Puffer von sechs Zähler gehabt. Hätte, hätte, Unglückskette…

Eventuelle Möglichkeiten zählen aber nicht. Auch nicht vergebene Torchancen, wie die von Myziane Maolida in der 28. Minute, als er alleine vor Kölns Torwart Marvin Schwäbe stand und vergeigte. „Uns hätte eine Führung sehr gut getan. Hätte er getroffen, wäre das Spiel vielleicht anders gelaufen“, sagt Tayfun Korkut. Dabei weiß der Trainer selbst, dass das alles am Ende nicht zählt. Es war die dritte Heimniederlage in dieser Saison. Die erste für Korkut, aber sie tut besonders weh.

Korkut: „Die letzte Konsequenz hat gefehlt“

Trainer Tayfun Korkut beim Training am Montag. Foto: Imago Images/Räppold/Koch

Vor Weihnachten gab es mit dem neuen Coach eine Aufbruchstimmung. Für jeden sichtbar war der neugewonnene Offensivmut der Spieler. Einen Tag nach der 1:3-Pleite gegen Köln spricht der Coach über die Fehler: „Das ist sehr ärgerlich. Die letzte Konsequenz hat gefehlt. Zu frühe oder ungenaue Pässe im vorderen Drittel. Unaufmerksamkeit in der Defensive. Trotzdem starke Moral nach dem 0:2-Rückstand. Wir müssen weiter hart arbeiten.“

Zweitschlechteste Abwehr der Liga

Die Sätze kennen alle schon. Es sind die gleichen, wie sie Vorgänger Pal Dardai nach Niederlagen ausgesprochen hat. Bewirkt haben sie am Ende seiner Amtszeit nicht mehr viel. Korkut ist noch immer Überzeugungstäter und glaubt an den Fortschritt. Das strahlt er zumindest aus. „Ich bin als Trainer Fußballlehrer und Psychologe. Und das mache ich gerne. Die Fehler haben wir analysiert. Die dürfen und werden sich nicht wiederholen“, ist Korkut überzeugt.

Doch er ist auch Realist und erklärt: „Fakt ist, dass wir zu viele Gegentore kassieren. Das muss besser werden.“ Ganz sicher: Die Blau-Weißen haben mit 38 Gegentoren die zweitschlechteste Abwehr der Bundesliga. Korkut: „Wir müssen an der Balance arbeiten.“

Ja, wenn die nicht endlich hergestellt wird, kippt diese Rückrunde endgültig Richtung Tabellenkeller.

Lesen Sie hier mehr über Hertha BSC!>>