Unions Genki Haraguchi jubelt mit Niko Gießelmann über sein Tor zum 1:0. www.imago-images.de

Die Frage ist nach diesem Derby eindeutig erklärt. Der 1. FC Union ist und bleibt die Nummer 1 in Berlin. Dritter Stadtduell-Sieg in dieser Saison. Mit 4:1 (1:0) gewinnen die Eisernen gegen Hertha BSC im ausverkauften Olympiastadion. Union jubelt sich Richtung Europa und schießt Hertha immer weiter in den Abgrund.

Die Betonschüssel bebte schon vor dem Anpfiff – nach über zwei Jahren endlich wieder volle Hütte. Volksfeststimmung bei beiden Fanlagern. Herthas Anhänger feuerten ihr Team dann im Sekundentakt an. Die Fans gingen in Vorleistung. Doch irgendwie bekam man den Eindruck, dass das volle Haus bei den blau-weißen Profis eher volle Hose bewirkte. Kein Ideen nach vorne.

Union einfach mit mehr Druck, viel durchdachter. Es wurde ein Spiel: Die Köpenicker gegen Herthas Ersatzkeeper Marcel Lotka. Timo Baumgartl (4.),  Niko Gießelmann (13.), Taiwo Awoniyi (17.) und Sheraldo Becker (29.) scheiterten am dem Torwart, der einen Glanztag hatte. Bei Lotka stimmte die Körpersprache, einmal übertrieb er es, als er Unions Grischa Prömel rüde umschubste und dafür Gelb kassierte (14.).

Der Schock für die Blau-Weißen in der 19. Minute: Stürmer Stevan Jovetic musste wegen einer Wadenverletzung ausgewechselt (Ishak Belfodil kam) werden. Jovetic‘ ganzer Frust entlud sich dann auf der Ersatzbank. Mit der Faust schlug er unters Dach der Bank.

Ex-Herthaner Haraguchi nickt zum 1:0 für Union ein

Alles lief gegen Hertha und in der 31. Minute musste Lotka dann doch hinter sich greifen. Unions Becker enteilte Peter Pekarik und flankte, Genki Haraguchi, der Ex-Herthaner, konnte zum 1:0 einnicken, weil sein Gegenspieler, Herthas Bundesliga-Debütant, Julian Eitschberger (18), zu weit vom Japaner wegstand.

Völlig verdiente Führung der Eisernen. Hertha hatte in der ersten Halbzeit erst in der 38. Minute durch Myziane Maolida den ersten Torschuss. Herthas Trainer Felix Magath reagierte zur Pause. Den etwas überforderten Youngster Eitschberger wechselte er aus, für ihn kam Maxi Mittelstädt als linker Außenverteidiger und Marton Dardai ersetzte im Mittelfeld Vladimir Darida.

Unioner Eigentor, dann Haue für Hertha

Mit etwas mehr Mut ging es bei den Blau-Weißen dann weiter. Und dann haben sie auch noch Glück. Nach Belfodil-Flanke wollte Unions Baumgartl retten und stolperte den Ball ins eigene Tor zum 1:1 (49.).

Die  unverhoffte Hilfe konnte Hertha aber nicht nutzen. Nur vier Minuten später nickte Prömel zum 2:1 ein. In der 74. Minute erhöhte Becker nach einem Konter eiskalt zum 3:1. Und Sven Michel sorgte mit dem 4:1-Tor (84.) für den Endstand. Da war dieses Derby gelaufen. Union bleibt auf Europa-Kurs und für Hertha wird der Klassenerhalt immer schwieriger.

Infos zum Spiel

  • Hertha BSC: Lotka 2 – Pekarik 3,5  Boyata 5, Kempf 5, Eitschberger 4 (46. Mittelstädt 4) – Gechter 3,5 – Tousart 3,5, Ascacibar 4 (75. Ekkelenkamp)  - Darida 4 (46. Dardai 4) – Jovetic - (21. Belfodil 3,5), Maolida 4,5 (75. Serdar)
  • 1. FC Union: Rönnow 3 – Baumgartl 3,5, Knoche 2,5, Heintz 4 (72. Ryerson) - Trimmel 2,5, Khedira 2,5, Gießelmann 3 (72, Oczipka) – Haraguchi 3 (61. Schäfer), Prömel 2,5 – Becker 1,5 (82. Michel), Awoniyi 3,5 (82. Voglsammer)
  • Schiedsrichter: Sven Jablonski (Bremen) 2
  • Zuschauer: 74.667 (ausverkauft)
  • Tore: 0:1 Haraguchi (31.), 1:1 Baumgartl (49./ET), 1:2 Prömel (53.), 1:3 Becker (74.), 1:4 Michel (85.)
  • Gelbe Karten: Lotka (1), Jovetic (4), Kempf (3), Tousart (3)

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