Marco Richter (v.) und Ishak Belfodil (h.) schossen Hertha in Münster spät ins Pokal-Achtelfinale.  City-Press

Uff! Hertha müht sich in Münster, kommt beim 3:1 (1:1) in der zweiten Pokal-Runde trotz langer Überzahl erst kurz vor Schluss in die Gänge. Pal Dardais Rückwärtsrolle bringt den Sieg.

Die entscheidende Szene passierte kurz vor dem Pausenpfiff. Münsters Nicolai Remberg – zuvor schon mit Gelb verwarnt – wollte einen Elfmeter schinden, hob ohne Berührung ab und wurde vom Schiedsrichter Frank Willenborg vorzeitig zum Duschen geschickt. Glück für Hertha, denn die Gastgeber waren drauf und dran das Spiel zu drehen.

Hertha zittert trotz Traumstart 

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Stevan Jovetic traf für Hertha in Münster zum 1:0 und bedankte sich für die Vorlage bei Davie Selke und Dennis Jastrzembski. 

Dabei erwischte Dardais Elf trotz der Riesen-Rotation (7 Wechsel) einen Traumstart. Denn drei Neue brauchten nur drei Minuten: Davie Selke bediente mit einer perfekten Flanke Dennis Jastrzembski, der klug per Kopf auf Stevan Jovetic ablegte. Der Montenegriner drosch den Ball aus sechs Metern Volley ins Tor – 1:0 (3.).

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Hertha dominierte, Jovetic tanzte und ließ dabei zwei gute Chancen liegen (20./37.). Münster kämpfte und belohnte sich in der 41. Minute: Alexander Langlitz umkurvte Hertha-Torhüter Alexander Schwolow im rosafarbenen Tim-Wiese-Gedächtnis-Trikot, verzweifelte am Pfosten-Pech, doch Thorben Deters traf per Nachschuss zum Ausgleich.

Belfodil und Richter treffen für Hertha 

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Münsters Nicolai Remberg (2.v.r.) – zuvor schon Gelb verwarnt – ließ sich zu einer Schwalbe hinreißen und kassierte die Ampelkarte.

Trotz der Überzahl war Hertha im zweiten Abschnitt zunächst nicht überlegen. Der Viertligist blieb giftig und gefährlich. Marvin Plattenhardt: „Wir standen nicht mehr so eng wie zuletzt und haben den Gegner durch Ballverluste aufgebaut.“ 

Entsprechend dirigierte Dardai, forderte mehr den Ball laufen zu lassen – und bewies dann ein goldenes Händchen, indem er die Rotations-Rückwärtsrolle wagte.

Denn just als es von den Rängen „Erste Liga – keiner weiß warum“ schalllte, kurbelte Suat Serdar das Spiel wieder an, sodass die ebenfalls eingewechselten Ishak Belfoldil (79.) und Marco Richter (83.) Hertha in der Schlussphase ins Achtelfinale (18./19. Januar) schossen und den dritten Sieg in Folge klarmachten: Platte: „Die Jungs haben Schwung reingebracht und zum Glück noch die zwei Dinger gemacht.“

Der nächste Pokalgegner wird am Sonntag gelost. Bereits am Freitag spielt Hertha bei der TSG Hoffenheim (20.30 Uhr). 

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