Herthas Davie Selke machte sein Bein ganz lang, da hatte Stuttgarts Keeper Florian Mueller keine Chance.
Herthas Davie Selke machte sein Bein ganz lang, da hatte Stuttgarts Keeper Florian Mueller keine Chance. Foto: Imago Images

Zweites Abstiegsendspiel, zweiter Sieg! Hertha BSC ackert sich immer weiter aus dem Keller. Nach dem 1:0 in Augsburg folgt ein 2:0 (1:0) gegen VfB Stuttgart – dank Torschütze Davie Selke. Jetzt sind es vier Punkte Vorsprung auf den Tabellensechzehnten aus dem Ländle. Schon nächste Woche könnte der Klassenerhalt mit einem Auswärtssieg beim Tabellensiebzehnten Bielefeld perfekt gemacht werden.

Hochspannung vor dem Anpfiff im Olympiastadion – auch bei Herthas Trainer Felix Magath. Der gibt offen und ehrlich mit seinen 68 Jahren vor seinem 500. Bundesliga-Spiel zu: „Ich bin immer ein bisschen nervös. Man weiß nie, ob man als Trainer alles vor dem Spiel richtig gemacht hat."

Selke trifft früh und muss warten

Er machte alles richtig und setzte wieder auf Davie Selke im Sturm. Trotzdem blieb auch für den Angreifer erstmal grausame Spannung im Abstiegsfight. Ganze zwei Minuten musste er warten, bis Schiedsrichter Felix Brych auf den Mittelpunkt zeigte und Selkes Treffer zum 1:0 endlich in der 6. Minute anerkannte.

Was war passiert? Marvin Plattenhardt hatte aus dem Halbfeld eine Sahne-Flanke in den Strafraum geschlagen und Selke lief los und grätschte den Ball ins Stuttgarter Gehäuse. Problem nur: Linienrichter Stefan Lupp wollte ein Abseits gesehen haben. Selke jubelte nur kurz sah die Fahne oben und schaute den Assistenten an und winkte mit dem Zeigefinger, als ob er sagen wollte: „Nein, nein, da irren Sie!“

Es kam die lange Videoprüfung, Schiri Brych schaute nochmal und gab den so wichtigen frühen Treffer. Jubel und noch mehr Erleichterung, besser konnten die Blau-Weißen nicht in das Abstiegsduell starten.

Mit Selbstsicherheit und viel Willen spielte Hertha weiter. Bissig, griffig, die Spielanlage der Schwaben wurde im Mittelfeld zerstört. Mit der Führung ging es in die Pause.

Joker Belfodil macht alles klar

Danach ging es aber nicht mehr für Traum-Flankengeber Platte weiter. Mit Muskelproblemen im Oberschenkel musste er ausgewechselt werden, für ihn kam Fredrik Björkan. Die Stuttgarter legten im zweiten Durchgang massiv den Vorwärtsgang ein, doch ihre Schüsse waren einfach zu harmlos. Das Spiel kostete Kraft. Nach 62 Minuten reagierte Magath, wechselte Suat Serdar und Kevin-Prince Boateng aus. Es kamen Maxi Mittelstädt und Ishak Belfodil, der vergangene Woche nicht mal im Kader war.

Der Algerier machte dann in der Nachspielzeit ein Geniestück. Ein Haken und drin zum 2:0 (90.+3). Dann brach der Jubel endgültig aus - bei den Profis, bei den Fans im Olympiastadion. Der nächste Riesenschritt Richtung Klassenerhalt war geschafft.

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