Das Tor zum Klassenerhalt. Der Freistoß von Marvin Plattenhardt segelt über HSV-Torwart Heuer Fernandez in lange Eck. Foto: dpa/Charisius

Das Wunder ist da! Hertha BSC bleibt in der Bundesliga. Nach dem 0:1-Hinspiel gewinnen die Blau-Weißen das Rückspiel beim HSV mit 2:0 (1:0) – dank des überragenden Marvin Plattenhardt. Ein Tor vorbereitet. Das Rettungstor selbst geschossen. Die dritte Katstrophensaison trotz 374-Millionen Euro-Spritze hat doch noch ein Happyend.

Erleichterung? Ja! Jubel? Nein!! Richtig freuen darf sich nur Trainer-Methusalem Felix Magath (68) – Rettungsmission erfolgreich gegen seinen Heimatverein HSV abgeschlossen. Vor dem Anpfiff präsentierte sich Magath ziemlich cool mit dunkelblauer Krawatte mit weißen Mini-Quadraten (das HSV-Schwarz fehlte) und sagte: „Es ist hier wie ein Zurückkommen. Man fühlt sich ganz wohl hier. Ich habe keine Lust abzusteigen. Ich habe die Hoffnung und Überzeugung, dass wir es packen.“

Seine Zuversicht gründete auf Leitwolf Kevin-Prince Boateng, Vorzeigekämpfer Santiago Ascacibar, die beim Hinspiel nicht dabei waren, und auf Marvin Plattenhardt, dem Außenverteidiger mit den gefährlichen Standards. Magath: „Mit Platte können wir Torchancen kreieren.“

Boyata köpft nach vier Minuten ein

Herthas Kapitän Dedryck Boyata schreit seine Freude heraus. Nach nur vier Minuten köpfte er das 1:0. Foto: City-Press

Gesagt, getan! In der 4. Minute schlug Plattenhardt eine Ecke von links in den Strafraum, Kapitän Dedryck Boyata schraubte sich hoch - und höher als Mitspieler Lucas Tousart - und köpfte zum 1:0 ein. Mit einem Blitzstart den Rückstand aus dem Hinspiel wettgemacht, besser konnte es gar nicht losgehen.

Das frühe Tor pumpte neues Selbstbewusstsein in die Köpfe der Hertha-Profis, die zuvor drei Matchbälle zum direkten Klassenerhalt vergaben und dann auch Verlierer in Hinspiel waren. Aggressivität, hohes Pressing und auch Offensivarbeit, der HSV war etwas überrascht. Hertha hatte nach 30 Minuten schon sechs Torschüsse abgefeuert, so viel wie im ganzen Hinspiel. Mit der Führung ging es in die Pause.

Als Magath wieder aus den Katakomben kommt, schaut er mit konzentriertem, aber zufriedenen Blick nach oben in den Hamburger Himmel. Doch die ersten Minuten werden dem Coach nicht gefallen haben. Der HSV drängte nach vorne. Nach rund sieben Minuten war es überstanden und die Blau-Weißen hatten wieder die Kontrolle und Plattenhardt das 2:0 in der 54. Minute auf dem Fuß. Sein Schuss aufs kurze Eck konnte HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes nur zur Ecke abwehren.

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Plattes erster Warnschuss, der zweite saß dann wunderschön. In der 63. Minute legte sich Plattenhardt auf der rechten Seite den Ball zum Freistoß zurecht. Flanke? Nein, Platte zirkelt die Kugel wunderschön in den Torwinkel zum 2:0. Was für ein Fußballgott! Nach drei Jahren sein erstes Tor wieder, das wichtigste seiner Karriere, das wichtigste für Hertha BSC. Klassenerhalt geschafft!