Die Szene brachte Hertha auf die Verliererstraße. Kempf mit Notbremse gegen Leipzigs Nkunku – Rot und Elfmeter. AFP

Nächste Klatsche für Hertha BSC im Abstiegskampf: 1:6 (0:1) gegen RB Leipzig. Und die Heimpleite tut richtig weh. Denn eine Stunde spielten die Blau-Weißen ganz stark, dann sah Marc Kempf Rot, und der Untergang begann.

Corona-Ausbruch bei Hertha BSC

Vor dem Anpfiff der Corona-Schock bei den Blau-Weißen. Gleich sechs Spieler waren am Sonnabend mit Corona infiziert. Lukas Klünter, Maxi Mittelstädt, Marvin Plattenhardt, Kevin-Prince Boateng, Jurgen Ekkelenkamp und Dong Jun Lee fielen aus. Zuvor mussten schon Kapitän Niklas Stark und Suat Serdar wegen des Virus in Quarantäne.

Außerdem sind sieben weitere Personen aus dem Betreuerstab infiziert. Trainer Tayfun Korkut: „Ja, zu den acht Ausfällen kommen noch sieben Sieben aus dem Staff. Das Virus hat noch bei uns noch mal voll reingeschlagen. Aber ich bin der Letzte, der jetzt jammert. In besonderen Situationen braucht man besondere Leistungen.“

Korkut schaffte es gerade noch so, eine Elf mit Stammspielern aus Feld zu schicken. Und die kämpften wirklich mit viel Moral. Endlich mal volle Konzentration, starke Zweikämpfe gegen die Techniker aus Leipzig.

Linus Gechter, Herthas Pechvogel

Dann klingelte es doch im Hertha-Kasten. Keiner konnte Yussuf Poulsen im Strafraum stoppen, ein Querpass zu Benjamin Henrichs. Den ersten Schuss konnte Torwart Alexander Schwolow noch mit dem Knie parieren. Doch der Ball sprang zu Henrichs zurück. Er zog nochmal ab, und Unglücksrabe Linus Gechter fälschte die Kugel unhaltbar zum 0:1 (20.) ab.

Wieder ein frühes Gegentor, aber diesmal keine Lähmung bei den blau-weißen Profis. Im Gegenteil: Sie machten aggressiv weiter. Flügelflitzer Marco Richter übertrieb es dann mit dem Grätschen: Er senste Leipzigs Willi Orban um und hatte Glück, dass er dafür von Schiri nur Gelb sah (25.).

Jovetic trifft für Hertha zum Auslgleich

Mit 0:1 ging es in die Pause.  Mit noch mehr Mut ging es dann wieder aus der Kabine raus. Besonders Stürmer Stevan Jovetic war unter Volldampf, und er traf aus 19 Metern zum 1:1 (48.). Endlich mal Jubel, endlich mal Hoffnung. Der Montenegriner hat danach noch zwei Riesenchancen (50./54.).

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Doch die mutige Offensive brachte dann Konter für RB. Marc Kempf wusste sich nicht anders zu helfen, als Leipzigs Christopher Nkunku im Strafraum festzuhalten – Notbremse, Rot und Elfmeter. Nkunku verwandelte zum 2:1 (64.). Gnadenlos erhöhte Nkunku dann nur drei Minuten später auf 3:1. Spiel gelaufen, mit zehn Mann hatte Hertha keine Chance mehr.

Hertha-Verteidiger Kempfs sieht Rot

Danach wurde es zur endgültigen Klatsche. Dani Olmo (74.), Amadou Haidara (82.) und Poulsen (88.) erhöhten auf 6:1. Zwei Minuten später sah Santiago Ascacibar zunächst nach einer Grätsche gegen Poulsen Rot. Nach Videobeweis zog Schiri Ittrich die Karte zurück.

Glück für Hertha an dem wieder mal gebrauchten Tag. Denn der Kampf-Gaucho wird in den nächsten Wochen dringend gebraucht. Marco Richter nach dem Abpfiff: „Wir können den Frust der Fans verstehen. Wir kommen gut raus aus der zweiten Hälfte, machen den Ausgleich. Dann die Rote Karte, der Elfmeter war die Wende im Spiel. Aber sechs Tore, das ist zu viel.“

Manager Fredi Bobic blieb trotz der Klatsche ruhig: „Natürlich sind wir sind brutal enttäuscht. Das Ergebnis ist Wahnsinn. Wir haben zwei verschiedene Spiele gesehen. Bis zur Roten Karte, bis zum 2:1, war alles gut. Das ist Ergebnis spiegelt nicht alles richtig wider.“

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