Herthas Maxi Mittelstädt am Boden zerstört. 1:3 in Bochum, das müssen die Blau-Weißen erst mal verdauen.
Herthas Maxi Mittelstädt am Boden zerstört. 1:3 in Bochum, das müssen die Blau-Weißen erst mal verdauen. dpa/Inderlied

Hertha BSC, was wird das denn? Mit neuen Optimismus ins Jahr 2023 gestartet. Doch die Realität sieht nach nur 20 Tagen beängstigend aus: Abstiegsplatz 17 nach einem 1:3 (0:2) im Kellerduell beim VfL Bochum. Was für eine Enttäuschung. Dabei hatten alle gehofft, dass die Blau-Weißen endlich besser werden. Denkste!

„Die Mannschaft hat gut im Trainingslager gearbeitet. Es gab Fortschritte beim Offensivspiel“, war Manager Fredi Bobic zuversichtlich. Auch Trainer Sandro Schwarz freute sich auf den Re-Start in Bochum: „Wir haben ordentlich trainiert. Jetzt geht es wieder los.“

Für ganze elf Minuten konnten die Blau-Weißen hoffen, irgendwie einen Sieg oder wenigstens einen Punkt beim Pott-Klub zu holen. Es sah sogar nach Traumstart aus. Kapitän Lucas Tousart traf wunderschön unter die Latte ins Tor, der Jubel war groß.

Knackpunkt des Spiels: Tousart-Tor abgepfiffen

Doch dann das: Einen Angriff zuvor hatte Djanga Boetius geflankt, wobei der Ball hinter der Linie war. Das sah aber Schiri Martin Petersen aus Stuttgart nicht. Er ließ das Spiel weiterlaufen. Bochums Janko nahm den Ball an, Derry Scherhant störte ihn, daraus entstand der nächste Angriff. Der Videoassistent annullierte Tousarts Treffer wegen des Balles im Aus ewig zuvor. Fragwürdig: Denn eigentlich war es eine neue Spielsituation, da hätte es keinen Videobeweis geben dürfen – obwohl der Ball vorher im Aus war.

Hertha: Hinten kopflos, vorne harmlos

Schwarz diskutierte mit dem vierten Schiri am Spielfeldrand. Statt 1:0 nur 0:0. Die Enttäuschung brachte Herthas Profis komplett durcheinander. Und dann kam es noch schlimmer. In der 22. Minute völlige Harmlosigkeit in der Abwehr und Bochums Philipp Hofmann nickte im Luftduell gegen Marc Kempf zum 0:1 ein. Kurz vor der Halbzeit dann noch das 0:2 (44.) nach einer Ecke. Keven Schlotterbeck drückte die Kugel unbedrängt über die Linie. Die Verteidigung - einfach kopflos!

Und was war mit der besseren Offensive? Da war auch in der zweiten Halbzeit nicht viel zu sehen. Auffälligster Spieler war noch Startelf-Debütant Derry Scherhant (20). Das sagt einiges! Hertha drückte zwar, aber lief dann in der 56. Minute ein Bochumer Konter und Hofmann machte das 0:3. Spiel gelaufen. Der Ehrentreffer von Joker Suat Serdar zum 1:3 (87.) kam viel zu spät.

Was für eine Klatsche! Die bange Frage: Kann sich dieses Team ganz schnell wieder fangen? Das muss es, am Dienstag geht es gegen Wolfsburg weiter (20.30 Uhr), am  Sonnabend dann das Derby gegen Union (15.30 Uhr, beide Olympiastadion). Klappt es auch da nicht mit Punkten, ist die Krise wieder da.

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