So frei kam Kölns Modeste zum Kopfball und nickte zum 1:0 gegen Hertha ein. imago/Räppold/Koch

Die Hoffnung war groß, die Enttäuschung danach ist größer. Hertha BSC wollte in der Rückrunde die Dauer-Krise endgültig beenden und mit einem Sieg ins neue Jahr starten. Wurde absolut nichts draus! Bittere Heimpleite im Olympiastadion gegen den 1. FC Köln – 1:3 (0:2).

Einen kleinen Erfolg errang Hertha nur vor dem Anpfiff. Es war ein wahrer Krimi. Die Anfang der Woche Corona-positiv getesteten Santiago Ascacibar, Lucas Tousart und Linus Gechter konnten sich Sonnabendmorgen wieder freitesten, bekamen grünes Licht vom Gesundheitsamt. Nach einer ärztlichen Untersuchung nahmen die drei dann am Abschlusstraining teil. Erleichterung bei Trainer Tayfun Korkut.

Herthas Maolida vergibt kläglich

Er konnte den zuverlässigen Kampf-Gaucho Ascacibar in die Startelf beordern. Korkut: „Das sind Personalentscheidungen auf den letzten Drücker. Wir müssen uns darauf einstellen. Wir wollen positiv an die Sache rangehen.“

Ganz gut sahen auch die Anfangsminuten gegen Köln aus. Mit Mut ging es nach vorne und es gab sofort die ersten Torchancen durch Myziane Maolida (5.) und Marko Richter (9.). Doch nach einer Viertelstunde begannen Fehlpässe und Köln drückte immer mehr. In der 28. Minute vergab Maolida kläglich die beste Torchance, als er freistehend den Ball Kölns Keeper Marvin Schwäbe in die Arme schoss.

Modeste trifft wieder gegen Hertha 

Im Gegenzug wurden die Blau-Weißen überrannt. Mark Uth lief los, Jordan Torunarigha hob dabei das Abseits auf. Uth flankte und Anthony Modeste köpfte zum 1:0 (29.) ein. Nur drei Minuten später traf Ondrej Duda zum 2:0. Ausgerechnet der Ex-Herthaner schockte die Blau-Weißen dann endgültig. Hertha danach völlig verunsichert.

Der Anschlusstreffer zum 1:2 durch Vladimir Darida nach 35-Meter-Freistoß. Foto: City-Press

Mit 0:2 ging es in die Kabine, die wenigen Hertha-Fans (2000 durften rein) pfiffen nach der Leistung das Team aus. Und die zweite Halbzeit? Sie begann erstmal mit einem Kuriosum: Schiedsrichter Tobias Stieler musste sich wegen einer Muskelzerrung auswechseln lassen, der Vierte Offizielle Alexander Sather übernahm die Pfeife. In der 58. Minute gab er dann den Trostpfiff für Hertha und entschied auf Freistoß. Vladimir Darida traf aus 35 Metern direkt an Freund und Feind vorbei ins lange Toreck zum 1:2. Glücklicher Treffer,  ein kurzer Jubel, mehr nicht. Torschütze Darida: „Wir hatten gute Torchancen. Dann kam das 1:0 für Köln. Das ist schade, dass wir nicht das erste Tor gemacht. Nach dem 1:2 waren wir dran, aber es hat nicht geklappt.“

Die restliche halbe Stunde war auch nicht mehr erbaulich. Suat Serdar kassierte seine fünfte Gelbe Karte (61.), fehlt damit am Sonnabend beim Spiel in Wolfsburg. Niklas Stark schoss nach viel zu scharfer Rückgabe fast ein Eigentor, Torwart Alexander Schwolow konnte es gerade noch verhindern (67.). Darida rutschte noch aus und Kölns Jan Thielmann durfte das 3:1 (90.+2) machen.

Hertha, das war gar nichts! Korkut: „Aus der Anfangsphase hätten wir mehr draus machen müssen. Die Auf- und Abs müssen wir jetzt abstellen.“ Die Hoffnungen ruhen nun auf das Sturmduo Stevan Jovetic (noch verletzt) und Ishak Belfodil (Corona). Sie müssen einfach bis Sonnabend wieder fit werden.

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