Herthas Davie Selke trifft per Elfer zum wichtigen 1:1 gegen Mainz. Foto: Imago Images/Nordphoto/Engler

Hertha, oh, Hertha! Das große Zittern geht weiter. Der direkte Abstieg ist zwar nicht mehr möglich, aber es droht noch immer die Relegation. Es hätte mit einem Heimsieg gegen Mainz alles klar gemacht werden können. Es setzte eine Heimpleite mit 1:2 (1:1). Jetzt muss Hertha auf die Bayern hoffen, dass sie Konkurrent Stuttgart Sonntag schlagen.

Es war alles angerichtet für den letzten Akt dieser wieder mal verkorksten Saison mit Happy-End auf dem letzten Drücker. 70.000 Fans im Olympiastadion. Vor dem Anpfiff die große Versöhnungsgeste der Spieler, die sich nach dem Trikot-Ausziehskandal im Derby durch einige Krawallbrüder einen Jubel-Boykott gegen die Anhänger auferlegt hatten.

Nach dem Aufwärmen liefen die Spieler geschlossen, Schulter an Schulter, zu den Hardcore-Fans in die Ostkurve und wurden angefeuert. Stadionhymnen-Sänger Frank Zander stand 30 Meter entfernt davon auf der Tartanbahn und war gerührt: „Das ist gut, das ist schön, dass es jetzt dazukommt. Nur gemeinsam geht es!“

Mit viel Kampf und Teamgeist legten die blau-weißen Profis dann auch los und drückten die Mainzer in die eigene Hälfte. Stürmer Davie Selke hatte die erste Torchance. Doch sein Schuss flattert zu überhastet, zu unpräzise links am Pfosten vorbei. Da ahnte man schon, dass dieses Spiel wieder seine Tücken hat.

Lotka patzt beim 0:1

Towart Lotka patzte beim 0:1 und ließ den Ball unter sich durch ins Tor flutschen. Foto: Imago Images/Räpppold/Koch

Nach zwanzig Minuten war die Anfangsoffensive erloschen und dann patzte ausgerechnet Herthas Sensationskeeper Marcel Lotka. Aus spitzem Winkel schoss der Mainzer Silvan Widmer und Lotka ließ an der kurzen Ball unter sich durchflutschen – 0:1 (25.). Wie bitter! Danach war das Team von Trainer Felix Magath erstmal geschockt, doch die Fans feuerten die Spieler weiter an. Das half, um die Schwächephase zu überbrücken. Mit einem Rückstand in die Kabine? Nein!

Selke trifft per Elfer

Nach einer Ecke von Marton Dardai trat 05-Verteidiger Moussa Niakhate unglücklich Herthas Kapitän Dedryck Boyata in die Hacke. Nach Videosichtung war klar: Elfmeter! Selke trat an und verwandelte sich ins linkere untere Eck zum 1:1 (45.+5).

Einmal durchatmen, dann ging es weiter im zweiten Durchgang. Wieder ein kurzer Schockmoment, Karim Onisiwo nagelte die Kugel unter die Latte. Doch der Treffer zählte nicht (52.). Der Mainzer Stürmer hatte vorher die Hand benutzt. Das große Zittern ging weiter. In der 75. Minute wird Lotka dann wieder zum Helden, als er einen Kopfball vom Mainzer Anton Stach mit einem Fußreflex entschärfte. Doch es half alles nichts.

Der Mainzer Stefan Bell köpfte nach einer Ecke zum 2:1 (81.) ein. Hertha versuchte danach noch irgendwie den Ausgleich zu schaffen. Der eingewechselte Luca Wollschläger (89.) traf den Pfosten. Selke köpfte ein, doch er hatte zuvor Gegenspieler Martin Aaron geschubst, kein Treffer! Die Heimniederlage war perfekt und jetzt müssen die Hertha weiter zittern und auf die Bayern hoffen.

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