Herthas Dodi Lukebakio tritt an und trifft per Elfer zum 1:0 gegen Wolfsburg. Da war die blau-weiße WElt noch in Ordnung. Foto: City-Press

Da ist er, der blau-weiße Fehlstart! Hertha verliert nach dem 1:3 in Köln auch das Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg. 1:2 (0:0) heißt es am Ende vor 18 241 Fans im Olympiastadion. 

Dazu später mehr. Vor dem Anpfiff gab es die Aufstellung – ohne Matheus Cunha im Kader. Eine Überraschung war es nicht. Trainer Pal Dardai verbannte Cunha, weil sich der Brasilianer beim 1:3 in Köln nicht an die Taktik hielt. Konsequent, richtig und volle Unterstützung von allen. Manager Fredi Bobic stellte sich vor dem Anpfiff vor die TV-Kamera und erklärte: „Der Trainer hat so entschieden, mit voller Rückendeckung von allen. Er war nicht zufrieden mit seiner Leistung.“

Bobic bestätigt Poker um Cunha

Gut möglich, dass der Cunhas Auftritt in Köln, der letzte im blau-weißen Dress war. Der Verkauf des eigenwilligen Technikers steht kurz bevor. Bobic bestätigte: „Cunha steht in Kontakt mit anderen Clubs. Da will ich nicht rumeiern. Der Preis steht ganz klar, und das wissen auch die Beteiligten. Am Ende werde ich ihn nicht verkaufen, wenn es unter dem aktuellen Marktwert ist.“ Heißt: 30 Millionen plus 5 Millionen Euro Nachzahlung. Genau die soll der spanische Meister Atletico Madrid bereits geboten haben. Die Verhandlungen laufen auf Hochtouren.

Und was machte Hertha ohne Cunha? Gegen die Champions-League-Klub aus der VW-Stadt lieferten sich die blau-weißen Profis eine Taktik- und Materialschlacht im Mittelfeld. Mit Disziplin und gesunder Härte. Das muss Dardai gefallen haben, denn er hatte vorher „Kampfmodus“ gefordert. Was weniger gut war. Hertha hatte in der ersten Halbzeit nicht eine Torchance. Wolfsburg eine einzige: Wout Weghorst zwang per Flugkopfball Torwart Alexander Schwolow zur Glanzparade (17.).

Kurz vor der Pause war dann das Spiel für Kevin-Prince Boateng gelaufen. Er musste mit Rückenschmerzen ausgewechselt werden. Für ihn kam Stevan Jovetic (43.).

Mit dem Serben und etwas mehr Offensivmut ging es dann im zweiten Durchgang weiter. Jovetic mit schönem 14-Meter-Schuss, VfL-Keeper Koen Casteels konnte die Kugel gerade noch entschärfen (47.).

Diskussion um Elferschützen

Der Mut wird zunächst belohnt. Ex-Herthaner John Anthony Brooks grätschte Dodi Lukebakio unglücklich im Strafraum um. Nach Videosichtung gab es Elfmeter. Doch was war das? Lukebakio und Davie Selke diskutierten, wer schießen soll. Kapitän Dedryck Boyata ging dazwischen. Lukebakio durfte dann antreten und traf eiskalt unten links zum 1:0 (60.). Selke nach dem Abpfiff: Selke: „Ich wollte schießen, hab mich gut gefühlt. Dodi wollte schießen. Hauptsache das Ding war drin.“

Doch die Führung half nicht, denn dann liefen die Herthaner in einen Konter. Wolfsburgs Xaver Schlager mit Steilpass auf Ridle Baku, der ins kurze Eck zum 1:1 (74.) traf. Und es kam noch schlimmer. Wolfsburgs Lukas Nmecha machte in der 89. Minute das 2:1 für die Wölfe. Es ist zum Heulen. Neuzugang Marco Richter, der in der 67. Minute eingewechselt wurde: „Wir gehen in Führung und geben das Spiel aus der Hand - wie schon in Köln. Ich hätte mir meine Premiere anders vorgestellt. “ Hertha, bitte nicht wieder so eine Zittersaison.

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