Fürths Branimir Hrgota trifft nach 27 Sekunden zum 1:0 gegen Hertha. Foto: Imago Images

Darf es noch ein bisschen mehr Hertha-Krise sein? Bitte schön! Die Blau-Weißen verlieren im Abstiegsduell beim abgeschlagenen Schlusslicht Fürth mit 1:2 (0:1). Nächste Blamage, nächste Enttäuschung und die Frage: Gegen wen will Hertha eigentlich noch gewinnen? So steigen die Blau-Weißen ab!

Rückstand nach 27 Sekunden!

Wäre es ein Boxkampf gewesen, würde man sagen: Erste Runde, erster Schlag, nie wieder von dem Wirkungstreffer erholt. Nach 27 Sekunden – so schnell hat Hertha in der Bundesliga noch nie einen Treffer kassiert – steht es bereits 0:1. Vladimir Darida krachte im Mittelfeld mit Fürths Paul Seguin zusammen. Der Pressschlag wurde zum gefährlichen Diagonal-Pass, der auf der linken Seite zu Branimir Hrgota flog und der traf sofort.

Schockstarre bei den Blau-Weißen. Aggressive Zweikämpfe, Spielfluss, Pressing, Spiel nach vorne? Fehlanzeige, stattdessen Lähmung und Fehlpässe. In der ersten Halbzeit haben die Blau-Weißen gegen den Tabellenletzten gerade mal zwei Torchancen durch Ishak Belfodil (13./43.). Die Fürther sind besser, bissiger und gefährlicher. Darida sagt: „Stimmt, das ist schwer zu sagen, was da passiert ist. Wir müssen es genau analysieren. So eine erste Halbzeit darf nicht sein. Ich habe das Gefühl, dass wir so spielen müssen, wo wir sind, Wir sind unten. Wir müssen mehr machen.“

Auch im zweiten Durchgang wird es nicht wirklich besser. Fürth erhöhte per Handelfmeter von Hrogota auf 2:0 (71.). Youngster Linus Gechter verkürzte zwar noch auf 1:2 (82.).  Doch das ist alles nur noch Titanic-Fußball. Hertha hat den nächsten Tiefpunkt der Saison erreicht. Noch immer kein Sieg im Jahr 2022, in der Rückrunden-Tabelle mit zwei Zählern Vorletzter. Tendenz: Die Zweite Liga rückt immer näher.

Korkut mit schlechterem Punkteschnitt als Vorgänger Dardai

Dabei war Trainer Tayfun Korkut sich eigentlich nach einem guten Training der Profis unter der Woche sicher, dass es diesmal mit einem Sieg klappt. Ein Irrtum! Herthas Mannschaft bleibt ein fragiler Haufen. Maxi Mittelstädt war gefrustet: „Wir haben die erste Halbzeit verschlafen. Ich habe den Eindruck, dass wir uns von der Stimmung einschüchtern lassen. Es ist extrem ärgerlich. Wir haben es nicht umgesetzt.“

Und immer mehr Fans stellen sich die Frage, ob sich der Trainerwechsel Ende November überhaupt gelohnt hat. In Korkuts ersten vier Spielen sah es so aus – sieben Punkte geholt. Nach dem Jahreswechsel der totale Absturz, nur zwei Punkte. Punkteschnitt: Exakt: 1,0. Zu wenig, um in der Bundesliga zu überleben. Und weniger als bei Vorgänger Pal Dardai. Der schaffte einen Schnitt von 1, 08.

Nur weil Augsburg in Gladbach mit 2:3 verlor, sacken die Blau-Weißen nicht noch tiefer in den Keller. Doch das droht in den nächsten Wochen. Leipzig, Freiburg, Frankfurt heißen die Gegner. Mittelstädts Schlusswort: „Es ist extrem Kacke, in was wir uns hereingeritten haben. Aber ich bin davon überzeugt, dass wir als Team daraus kommen. Wir haben es letzte Saison gezeigt, dass wir Abstiegskampf können.“

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