Sebastian Polter jubelt energisch. Er traf zum 1:1 für Bochum gegen Hertha. Foto: Imago Images/Contrast

Hilfe Hertha! Noch immer kein Sieg im Jahr 2022. Die Blau-Weißen spielen nur 1:1 (1:0) gegen Aufsteiger VfL Bochum und stecken damit weiter tief im Abstiegskampf. Alles hatte so gut im Olympiastadion begonnen, doch dann schlug Hertha-Schreck Sebastian Polter zu.

Aber der Reihe nach! 23. Minute im Olympiastadion: Stevan Jovetic mit einer wunderschönen Freistoßflanke von halblinks, streichzart aber immens gefährlich. Und was machte Sturmpartner Belfodil? Der 1, 92 Meter große Algerier stieg hoch und höher, rund 50 Zentimeter. Einfach nur Wahnsinn bei dem Körpergewicht von 86 Kilo. Dann nickte Belfodil mit dem Seitenscheitel ins lange Toreck ein.

Belfodil fliegt hoch und höher und trifft

Ishak Belfodil steigt zum Kopfball hoch und nickt zuum 1:0 ein. Foto: dpa

Er jubelte, musste dann aber noch kurz zittern. Stand er im Abseits? Nein, sagte der Videoassistent. Das 1:0 zählte. Endlich mal wieder als Erster in einem Spiel in Führung gegangen. Das gab es zuletzt im November beim 2:0 gegen Bielefeld. Die Erleichterung sah man den Spielern an. Hertha diesmal aggressiver und mutiger. Das lag auch daran, dass Jovetic endlich wieder von Beginn an dabei war. Der erfahrene Montenegriner gibt der Mannschaft einfach  mehr Selbstvertrauen.

Polter: Drei Minuten auf dem Platz und gleich ein Tor

Und hinten in der Abwehr? In der ersten Halbzeit war alles gut. Neuzugang Marc Kempf spielte so, als ob er schon immer dabei wäre. Doch dann im zweiten Durchgang wieder so ein Lapsus. Bochums Coach hatte Ex-Unioner Sebastian Polter eingewechselt. Der schubste einfach mal kurz Verteidiger Niklas Stark weg. Stark: „Das Tor war brutal ärgerlich. Langer Ball, Polti geht in mich rein und dann ein Pass.“ Ein Pass zu Jürgen Locadia, der aus 17 Metern abzog. Torwart Alexander Schwolow konnte den Ball nur zur Seite abwehren. Und Polter staubte zum 1:1 (48.) ab. Wieder mal Polter! Im November 2019 traf er für Union per Elfer beim 1:0-Derbysieg. Polter lachte nur: „Wir können mit dem Punkt zufrieden sein. Das Tor war für mich Instinkt.“

Manager Fredi Bobic stand auf der Ehrentribüne und schüttelte fassungslos den Kopf. Wieder so ein Sekundenschlaf in der Abwehr. Gegentreffer Nummer 43 in dieser Saison. Danach lief nicht mehr viel zusammen. In der 59. Minute kam Neuzugang Dong jun Lee zu seinem blau-weißen Debüt. Der südkoreanische Flügelflitzer wirbelte zwar fleißig. Aber auch er konnte nicht mehr helfen, dass es noch ein blau-weißer Sieg wird. Es ist ein Unentschieden, das sich anfühlt wie die nächste Niederlage. Für Hertha wird der Abstiegskampf immer härter.

Trainer Tayfun Korkut war etwas geknickt: „Wir haben eine richtig gute erste Halbzeit gespielt. Es war eigentlich alles unter Kontrolle. Und dann das Gegentor. Es war gefühlt der einzige Schuss auf unser Tor. Heute war es nicht die Stabilität, an der es gelegen hat.“ Fortschritte sind zu sehen, aber es müssen Siege her.

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