Kann man mal machen: Suat Serdar trifft in der 49.Minute durch die Beine von FCA-Keeper Gikiewicz zum 1:0. Foto: dpa

Gekämpft und gezaubert! Hertha BSC meldet sich nach der 1:4-Derby-Demütigung im Abstiegskampf zurück und siegt 1:0 (0:0) beim FC Augsburg. Das Tor zum Sieg war einfach ein Traum. Suat Serdar traf wunderschön mit der Hacke. Ene mene miste, es rappelt in der Kiste! 

Herthas Suat Serdar: Hacke, Tunnel, Tor

Es lief die 49. Minute, als das Tor des Tages passierte. Es sah nicht nach Abstiegskrampf aus, sondern nach Champions League. Nach einem Einwurf für Augsburg in der eigenen Hälfte eroberte Davie Selke den Ball, passte zu Marco Richter, der flankte und Teufelskerl Serdar spitzelte den Ball mit der Hacke durch die Beine von FCA-Keeper Rafal Gikiewicz ins Tor zum 1:0. Grandioser Treffer! Erlösender Jubel und Serdar freut sich besonders. Er machte sich selbst ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk (wurde Montag 24 Jahre alt).

Und Hertha-Fans fragen sich: Warum nicht öfter so? Dann würden die Blau-Weißen nicht dastehen, wo sie gerade sind: Mitten im Kellerduell in Augsburg.

Sonst war diese Partie nicht schön, dafür aber ziemlich hitzig. Kampf und Willen wollte Trainer Felix Magath sehen. Und deswegen gab es auch das erste Opfer schon vor der Abfahrt nach Augsburg. Ishak Belfodil hatte im Training nicht genug Einsatz gezeigt, dafür durfte Selke ran, der das Serdars Traum mitvorbereitete. Dazu stand Kevin-Prince Boateng in der Startelf, um die Mannschaft zu führen.

Herthas Ascacibar crasht mit Augsburg Dorsch

Foto: Imago Images
Herthas Santiago Ascacibar (l.) und Augsburgs Niklas Dorsch krachten mit den Köpfen zusammen.

Richtig offensiv wurden die Blau-Weißen auch diesmal wieder nicht. Die Augsburger hatten durch Michael Gregoritsch (3.), Mats Pedersen (5.) und Alfred Finnbogason (11.) die ersten Torchancen. Die Partie entwickelte sich immer aggressiver, immer mehr Fouls, immer mehr Nickeligkeiten.

Dann ein unglücklicher Zusammenstoß in der 16. Minute. Im Kopfduell rauschten Ascacibar und FCA-Mittelfeldspieler Niklas Dorsch mit den Köpfen schlimm zusammen. Beide bluteten, lagen zwei Minuten auf dem Platz und wurden behandelt. Schließlich konnten sie mit Turban weiterspielen.

Hertha BSC überzeugt gegen Ausgburg

Danach hatte Peter Pekarik nach Flanke von Marvin Plattenhardt die Chance zum 1:0. Doch der Ball ging über die Latte (21.). Doch das Giftspiel ging weiter. Dorsch grätschte Ascacibar böse um. Danach Rudelbildung, Schubserei und Selke sah Gelb. Noch hässlicher eine Minute später: Andre Hahn schubste Marc Kempf an der Torauslinie so um, dass dieser auf den stumpfen Boden außerhalb des Feldes in die Werbebande flog.

Mit 0:0 ging es in die Pause, dann traf Serdar und nach der Führung spürte jeder: Bei den blau-weißen Profis war plötzlich mehr Selbstsicherheit da. Selke hatte nach einem Konter in der 72. Minute noch die Chance zum 2:0 und vergab. So musste Hertha noch ein bisschen zittern. Doch der wichtige Dreier war da. Sprung auf Rettungsplatz 15. Der muss mit genauso viel Biss in den nächsten Abstiegsduellen gegen Stuttgart und in Bielefeld auch wieder her, dann klappt es doch noch mit dem Klassenerhalt.

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