Eine Flanke von Hamburgs Ludovit Reis segelt über Herthas Torwart Oliver Christensen ins Tor. Die Entscheidung im Relegations-Hinspiel. Hertha verliert 0:1. Foto: Imago Images

War es das schon mit der Bundesliga für Hertha BSC? Die Blau-Weißen verlieren im ausverkauften Olympiastadion vor knapp 75.000 Zuschauern das Relegations-Hinspiel gegen den Hamburger SV, den Dritten der Zweiten Liga, mit 0:1 (0:0).  Die bittere Erkenntnis nach diesem Schock. Der Sieg des HSV ging völlig in Ordnung. Hertha war bemüht, aber komplett ideenlos. Der Klassenerhalt ist so nicht machbar. Da muss schon ein Wunder im Rückspiel am Montag in Hamburg passieren.

Anspannung, Nervosität und erstmal sich in dieses erste K.o.-Partie reinkämpfen. So sah das Hertha-Spiel in der ersten halben Stunde aus. Bissige Zweikämpfe, aber nach vorne passierte nicht wirklich viel. Keine echte Torchance. Da wirkte das Angriffsspiel der Hamburger sogar phasenweise flüssiger. Und der Zweitligist wurde immer mutiger.

Videobeweis 1: Kein Elfer für Hamburg

Dann wurde in der 33. Minute richtig gezittert. Bei einem Schuss von Robert Glatzel wollte Peter Pekarik im Liegen abblocken, dabei flog der Ball an seinen Oberarm. Handspiel im Strafraum? Ja, nach der Regelauslegung! Aber vorher hatte der Hamburger Maximilian Rohr auch schon den Ball mit der Hand mitgenommen, wie der Videobeweis zeigte. Also kein Elfer, sondern Freistoß für Hertha. Glück gehabt!

Videobeweis 2: Kein Tor für Belfodil

Elf Minuten später dann echtes Pech für die Blau-Weißen. Nach einer Flanke von Mittelstädt köpfte Ishak Belfodil ins Tor. Doch der Algerier stand mit einer Fußbreite im Abseits, auch das bewies das Video (44.). Ein paar unverbesserliche Hertha-Fans warfen eine Bengalo-Nebelkerze auf den Rasen. Die Stimmung aufgeheizt. Erinnerungen an den Relegationsskandal von Düsseldorf vor zehn Jahren, der auch mit Feuerwerkraketen begann und in einer dreifachen Spielunterbrechung und Herthas Abstieg endete, wurden wach.

Die Spieler mussten kühlen Kopf bewahren und gingen statt mit einer Führung nur mit einem 0:0 in die Pause. Da durfte sich dann Stürmer Stevan Jovetic warmmachen. Trainer Felix Magath wechselte den Montenegriner in der zweiten Halbzeit für Youngster Luca Wollschläger ein. Endlich mehr Schwung nach vorne?

Reis trifft per Flanke ins Hertha-Tor

Ein bisschen, Jovetic hatte in der 56. Minute zumindest mal ein Torschüsschen. Dann der Tiefschlag. Eine verunglückte Flanke von Hamburgs Ludovit Reis segelte über Torwart Oliver Christensen, der den verletzten Marcel Lotka ersetzen musste, hinweg an den Innenpfosten und dann ins Gehäuse zum 1:0 (57.) für den HSV.

Den Schock verdauten die Hertha-Profis nicht mehr. Sie wurden immer fahriger und der HSV noch mutiger. Es blieb beim 0:1. Noch bitterer als das Ergebnis war die Vorstellung. Nur fünf Torschüsse in 90 Minuten im Heimspiel als Noch-Bundesligist, das ist einfach zu wenig. Da hilft in Hamburg nur noch ein Wunder. Doch die gibt es ja immer wieder...

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