Wer mit einer Erkältung flachliegt, sucht nach Wundermitteln zum Gesundwerden. Laut Verbraucherzentrale macht das Medikament Meditonsin in der Hinsicht aber falsche Versprechungen.
Wer mit einer Erkältung flachliegt, sucht nach Wundermitteln zum Gesundwerden. Laut Verbraucherzentrale macht das Medikament Meditonsin in der Hinsicht aber falsche Versprechungen. dpa/Christin Klose

Schniefende Nase, bellender Husten, kratzender Hals – es ist wieder Erkältungszeit. Und nach zwei Jahren pandemiebedingten Einschränkungen samt ständigem Masketragen ist nicht nur Hausärzten klar: Die Erkältungswelle in diesem Herbst ist besonders schlimm. Viele Menschen plagen sich mit einem Infekt nach dem anderen. Klar, dass man den Rotz schnell wieder loswerden will. Doch wer auf der Suche nach vermeintlichen Wundermitteln auf Meditonsin-Tropfen stößt, dem sei gesagt: Die Verbraucherzentrale warnt wegen falscher Gesundheitsversprechen.

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Auf seiner Internetseite bewirbt der Iserlohner Hersteller die Meditonsin-Tropfen mit mehreren irreführenden Versprechen. Unter der Überschrift „Nachgewiesene Wirksamkeit & Verträglichkeit“ werden die Ergebnisse einer „aktuellen, groß angelegten Anwender-Studie mit mehr als 1000 Patienten“ dargestellt. Laut einem Tortendiagramm sollen 90 Prozent der Patienten mit der Wirkung von Meditonsin zufrieden oder sehr zufrieden gewesen sein.

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Meditonsin ist kein Wundermittel gegen Erkältungen

Das Problem: Bei dieser Studie handelte es sich nur um eine „apothekenbasierte Beobachtungsstudie“. Diese hat laut Verbraucherzentrale nur eine geringe wissenschaftliche Aussagekraft. Trotz dieser mangelnden Evidenz behauptet der Hersteller aber, dass damit „die gute Wirksamkeit und Verträglichkeit von Meditonsin® Tropfen erneut eindrucksvoll bestätigt werden“ konnte.

Die Verbraucherzentrale hat den Hersteller Medice Arzneimittel Pütter GmbH & Co deshalb wegen irreführender Werbeaussagen abgemahnt und verklagt. Denn „durch die Werbung entstand der falsche Eindruck, dass nach der Einnahme eine gesundheitliche Verbesserung mit Sicherheit erwartet werden könne, keine Nebenwirkungen zu erwarten seien und das Mittel ‚chemisch-synthetischen Arzneimitteln‘ überlegen sei“, heißt es seitens der Verbraucherzentrale.

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Meditonsin ist kein Wundermittel gegen Erkältungen, stellt die Verbraucherzentrale klar.
Meditonsin ist kein Wundermittel gegen Erkältungen, stellt die Verbraucherzentrale klar. Medice Arzneimittel Pütter GmbH & Co.

Dass diese Aussagen so nicht stehen gelassen werden können, sieht auch das Landgericht Dortmund so. Es sieht Verbraucher durch die Werbung getäuscht, weil der falsche Eindruck entstehe, dass bei der Einnahme von Meditonsin-Tropfen keine schädlichen Nebenwirkungen zu erwarten seien. Dabei listet die Packungsbeilage des Arzneimittels mehrere Nebenwirkungen auf, demnach könnte es nach der Einnahme sogar zu einer Erstverschlimmerung der Symptome kommen.

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Angebliche Vorteile von Meditonsin gegen Erkältungen als Werbung unzulässig

Auch die Darstellung eines angeblichen Vorteils des „natürlichen Arzneimittels“ gegenüber „vielen chemisch-synthetischen Arzneimitteln, die ausschließlich die Symptome unterdrücken“, ist unzulässig. Denn gegenüber Verbrauchern darf nicht mit Angaben geworben werden, die behaupten, dass die Wirkung einem anderen Arzneimittel entspricht oder überlegen ist.

Gesa Schölgens, Leiterin von Faktencheck Gesundheitswerbung, eines Gemeinschaftsprojekts der Verbraucherzentralen NRW und Rheinland-Pfalz,  freut sich über den Erfolg vor Gericht. Sie unterstreicht: „Geworben werden darf nicht mit Aussagen, die den falschen Eindruck erwecken, dass ein Behandlungserfolg mit Sicherheit erwartet werden kann, so wie es die Werbung für Meditonsin-Tropfen suggeriert.“ Laut Heilmittelwerbegesetz (HWG) ist dies untersagt.