Bundeskanzlerin Angela Merkel empfiehlt, in den öffentlichen Verkehrsmitteln Mundschutz zu tragen. Foto:  Kay Nietfeld, dpa

Die Bundesregierung hat empfohlen, fortan Masken beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln zu tragen, um die Gefahr einer Infektion mit dem Corona-Virus zu minimieren. Doch in der Regel ist die Schutzausrüstung seit Wochen in Deutschland knapp. Wie kommen Haushalte in Berlin jetzt überhaupt noch an einen Mundschutz? Der KURIER hat sich umgehört.

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Bevor man sich auf die Suche begibt, sollte man wissen, dass es verschiedene Masken-Arten gibt: Der Mund-Nasenschutz (OP-Schutz), mehrfach verwendbar aus waschbarem Material sowie die Atemschutzmaske FFP, filternder Gesichtsschutz. Letztere soll auf Anraten der Experten nur in Kliniken verwendet werden.
Doch viel Auswahl bleibt nicht: In vielen Apotheken und Drogerien sind Masken eine Rarität geworden.

Der KURIER hat bei zehn Berliner Apotheken angerufen, vier Mal bekam die Reporterin zu hören „Wir haben keine Masken mehr, das tut uns leid. Fragen sie nächste Woche wieder nach“. Vor allem der Einweg-Mund-Nasenschutz ist schwer zu erwerben und wird nur in geringer Menge abgegeben. „Sie können bis zu drei für Stück 1,98 Euro kaufen“, sagte eine Apothekerin. Sie wisse, dass es unbefriedigend zu hören sei, aber in der jetzigen Situation müsse man sparsam sein.

Waschbarer Fleece-Mundschutz in vielen Apotheken erhältlich

Doch es gibt auch Alternativen: Die waschbaren Mundschütze aus Fleece sind in den restlichen sechs Apotheken noch erhältlich (ab 5,50 Euro pro Stück). Außerdem bieten inzwischen auch eine Reihe von Privatleuten selbstgenähte Masken aus Stoff an.

Ab Montag dürfen Geschäfte von maximal 800 Quadratmetern wieder öffnen. Damit steigt auch das Infektionsrisiko beim Einkaufen. „Wir sind dankbar über jeden Kunden und Mitarbeiter, der eine Maske trägt“, sagt Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg, Nils Busch-Petersen. Er wisse, dass es nicht einfach sei, sich mit Masken selbst zu versorgen. Der HBB habe als besonderen Service unter www.hbb-ev.de Anbieter gelistet, die Mundschutz verkaufen.

Doch wie häufig muss ich als Laie meine Maske wechseln? Der KURIER fragte beim Ärztlichen Direktor des Deutschen Beratungszentrums für Hygiene in Freiburg nach: „Es hängt davon ab, inwieweit der Mundschutz durchfeuchtet ist. Wenn man schon reingenießt hat, sollte man ihn nicht wieder verwenden“, sagt Dr. Ernst Tabori. Wichtig sei, wenn man die Maske erneut aufsetze, auf die richtige Seite zu achten.