Eine junge Frau fasst sich an den Kopf.  Frauen sind drei Mal so häufig von Migräne betroffen wie Männer.
Eine junge Frau fasst sich an den Kopf. Frauen sind drei Mal so häufig von Migräne betroffen wie Männer. Oliver Killig/dpa

Rund jeder Zehnte kennt es. Und die Leiden sind oft unerträglich. Wer von Migräne-Attacken geplagt ist, kann von Schmerzen und Auren oft ein Lied singen. Frauen sind drei Mal häufiger betroffen – und auch Kinder können zu den Betroffenen zählen. Aber wie unterscheidet sich Migräne eigentlich von normalen Kopfschmerzen? Welche Medikamente helfen und kann man den Attacken vorbeugen?

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Ist Migräne vererbbar?

Ja! Die Veranlagung, eine Migräne zu entwickeln, ist genetisch bedingt, sie wird vererbt. „Man kommt schon mit einem Migräne-Gehirn auf die Welt“, sagt Professorin Dagny Holle-Lee, Leiterin des Westdeutschen Kopfschmerzzentrums am Universitätsklinikum Essen, in der aktuellen Ausgabe des Gesundheitsmagazins Apotheken Umschau.

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Wie unterscheidet sich Migräne von Kopfschmerzen?

Migräne: Das sind anfallsartig auftretende Kopfschmerzen, pochend, stechend oder ziehend, oft nur halbseitig. Meist begleiten den heftigen Kopfschmerz weitere Symptome wie Übelkeit, Licht-, Geruchs- oder Geräuschempfindlichkeit. Im Unterschied zu Kopfschmerzen äußert sich Migräne in der Regel durch typische Begleiterscheinungen, oft auch mit Übelkeit mit Erbrechen. Die ersten Beschwerden treten dabei teilweise schon Stunden oder Tage vor einem Anfall auf.

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Welche Medikamente helfen bei Migräne?

Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Triptane lindern Migräne. Fast alle Triptane sind verschreibungspflichtig, Naratriptan kann man aber auch ohne Rezept in der Apotheke kaufen. Auch andere Schmerzmittel wie Naproxen können die Schmerzen lindern und/oder die Wirkung anderer Schmerzmittel verstärken. Sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt darüber.

Aber Achtung: Schmerzmittel können die Kopfschmerzen aber auch verschlimmern oder neue Attacken auslösen – wenn sie zu häufig eingenommen werden. Es gilt: diese Mittel möglichst an weniger als zehn Tagen im Monat einnehmen. Ein Kopfschmerztagebuch kann dabei hilfreich sein.

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Migräne-Attacken kann man vorbeugen.
Migräne-Attacken kann man vorbeugen. imago/Science Photo Library

Sollte man mit Medikamenten gegen Migräne abwarten?

Eine weitere wichtige Frage, die sich Betroffene stellen: Abwarten, ob der Schmerz von allein besser wird – oder gleich Medikamente nehmen? So früh wie möglich Schmerzmittel nehmen, schreibt die Apotheken Umschau in ihrer neuen Ausgabe – am besten bei den allerersten Anzeichen einer Attacke.

Der Grund: Vor allem Triptane wirken am besten, wenn sie frühzeitig eingenommen werden. Zumindest bei einer Migräne ohne Aura. Ansonsten dürfen Medikamente erst eingenommen werden, wenn Seh- oder Gefühlsstörungen abgeklungen sind.

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Kann man Migräne-Attacken vorbeugen?

Trotz intensiver Forschung ist Migräne noch nicht heilbar. Aber es gibt Möglichkeiten und Wege, Attacken zu reduzieren – hinsichtlich der Intensität und der Häufigkeit. Natürlich möchten Migräne-Patienten wissen, was sie tun können, damit es gar nicht erst zur nächsten Migräne-Attacke kommt. Es gibt Mittel zur Vorbeugung, wie niedrig dosierte Antidepressiva oder Antiepileptika. Auch Betablocker oder Botox kommen zum Einsatz. Deren Einsatz sollte man immer individuell mit einem Arzt besprechen, notfalls auch verschiedene Profilaxen ausprobieren, um die für einen persönlich passende zu finden.

Studien zeigen aber auch, dass regelmäßiger, moderater Ausdauersport wie Walken, Joggen oder Radfahren die Häufigkeit der Schmerztage verringern kann, genauso wie Yoga, Meditation oder progressive Muskelentspannung.