Abnehmen wollen viele. Aber wie klappt es wirklich? Foto: imago images/Panthermedia

Die Zahlen sind alarmierend: Zwei Drittel der Männer (67 %) und die Hälfte der Frauen (53 %) in Deutschland sind übergewichtig, schreibt der Robert-Koch-Institut. Das ist nicht gesund. Und die meisten Menschen fühlen sich auch gar nicht wohl in ihrem Körper. Doof nur, dass rund um der Thema Abnehmen so viele Mythen kursieren, dass man kaum noch weiß, was wahr ist und was nicht. Der KURIER klärt die fünf größten Diät-Mythen auf.

Diät-Mythos 1: Kartoffeln machen dick

Dieses Gerücht hält sich hartnäckig, ist aber falsch. Auch wenn Kartoffeln reich an Stärke sind und lange satt machen – sie sind entgegen der allgemeinen Annahme keine Dickmacher, sondern haben bei 100 Gramm gerade mal 70 Kalorien. Das ist weniger als zum Beispiel Bananen (89 Kalorien) haben oder die gleiche Menge Reis (130 Kalorien). Das Problem ist nur – und deshalb sind Kartoffeln auch in Verruf geraten: Wir essen sie nur noch selten in ihrer ursprünglichen Form. Leckere Bratkartoffeln werden mit viel Fett und meist zusätzlich Speck angebraten. Kartoffelbrei hat auf Grund seiner Verarbeitung einen höheren glykämische Index – das heißt, dass die Kohlenhydrate schneller ins Blut übergehen und sie damit schlechter für den Körper sind. Von Chips und Pommes fangen wir erst gar nicht an.

Lesen Sie auch: „Mythen auf dem Prüfstand: Die 5 größten Ernährungs-Irrtümer“ >>

Diät-Mythos 2: Wer spät isst, nimmt zu

Wieder falsch. Dem Körper ist egal, wann er Kalorien zu sich nimmt. Seinen schlechten Ruf habe das späte Essen generell zu Unrecht, sagt Professorin Susanne Klaus, die am Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam zur Physiologie des Energiestoffwechsels forscht, gegenüber der Apotheken-Umschau. Keine Studie habe bisher belegen können, dass Spätesser ungesünder leben. Aber Achtung: Mittags und abends üppig essen funktioniert natürlich nicht. Die Kalorien-Bilanz muss über den Tag verteilt stimmen – kleine Snacks eingeschlossen. Dann kann man auch abends ordentlich zulangen.

Lesen Sie auch Teil2: Noch mehr Mythen: KURIER stellt fünf Ernährungs-Irrtümer richtig >>

Diät-Mythos 3: Fett macht fett

Auch das stimmt nicht pauschal. Richtig ist, dass Fett pro Gramm mehr Kalorien hat (nämlich 38) als Kohlenhydrate oder Eiweiße (je 17 Kalorien pro 1 Gramm). Dennoch gehört Fett zu einer gesunden Ernährung unbedingt dazu.  Vor allem Omega-3-Fettsäuren wirken sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus und verringern das Risiko für viele Krebsarten. Hier heißt es Zugreifen bei Lachs, Leinöl oder Chiasamen. Generalle gilt: Ungesättigte Fettsäuren (z.B. in Olivenöl und Rapsöl ) sind besser als gesättigte Fettsäuren (kommen vor allem in tierischen Lebensmitteln vor, z.B. in Butter, fettreichen Wurstsorten, Käse). Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen übrigens, nicht mehr als 30 Prozent der täglichen Energie in Form von Fett aufzunehmen. Das sind laut Verbraucherzentrale für einen Durchschnitts-Menschen zum Beispiel ungefähr drei Esslöffel Öl plus ein Esslöffel Butter oder Margarine, dazu zwei Scheiben Käse und ein Ei pro Tag.

Diät-Mythos 4: Light-Produkte sind gut für die Figur

Falsch! Rechtlich gesehen muss ein Light-Produkt entweder 30 Prozent weniger Fett oder Zucker oder Kalorien enthalten als das vergleichbare Originalprodukt. Bei Light-Produkten werden deshalb entweder Kalorienträger wie etwa Fett und Zucker gegen kalorienfreie Fettersatzstoffe und Süßstoffe getauscht. Oder es wird einfach der Wasseranteil erhöht. Das Problem: Diese Produkte machen meist nicht wirklich satt und man isst automatisch mehr. Damit  fördern Light-Produkte ein falsches Essverhalten. Außerdem bedenklich: Sie sind meist sehr stark verarbeitet – das ist nicht gesund.

Lesen Sie auch: Fleischlos gesünder? Fünf Irrtümer über vegetarische Ernährung >>

Diät-Mythos 5: Wer abnehmen will, muss Sport machen

Stimmt nur bedingt. Sport kann das Abnehmen beschleunigen. Prinzipiell gilt aber: Wer abnehmen will, schafft das zu mindesten 80 Prozent über die Umstellung der Ernährung. Wer täglich joggen geht, aber weiter Schokolade und Burger isst, wird keinen Erfolg haben. Andersrum kann man aber durchaus abnehmen, ohne Sport zu machen.