Was hilft gegen Cellulite? Es gibt verschiedene Mittel, sie alle helfen bestenfalls kurzfristig.
Was hilft gegen Cellulite? Es gibt verschiedene Mittel, sie alle helfen bestenfalls kurzfristig. IMAGO/Enters

Es gibt so viele Schönheitsideale, denen wir fast blind hinterherjagen. Diesem zum Beispiel: Die Haut muss straff und ebenmäßig sein. Im echten Leben, ohne nachzuhelfen, ist sie das bei circa 10 Prozent aller Damen. Das mal nur so am Rande. Sie können es also gelassen hinnehmen, wenn auch Sie zu Cellulite neigen. Wenn Sie dennoch dem Schönheitsideal hinterherjagen wollen, verraten wir Ihnen, welche natürlichen Mittel gegen Orangenhaut helfen.

Was ist Cellulite?

Cellulite ist zunächst einmal gar nichts Schlimmes. Es ist keine Krankheit, sondern beschreibt lediglich den Zustand der Haut. Nämlich, dass die Haut Dellen hat. Wegen des Aussehens wird Cellulite auch als Orangenhaut bezeichnet. Meist tritt Cellulite im Bereich von Po, Hüften und Oberschenkeln auf. Übrigens ist Cellulite ein typisches Frauenproblem, Männer haben nur sehr, sehr selten damit zu tun. Das liegt daran, dass das Bindegewebe der Frauen einfach schwächer ist.

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Woher kommt Cellulite?

Cellulite entsteht, wenn Fettzellen in der Unterhaut Druck auf das darüberliegende Bindegewebe ausüben, die Bindegewebsfasern zur Seite drängen und nach oben hervortreten. Das heißt aber nicht, dass Cellulite nur dicke Menschen bekommen können. Auch dünne Frauen können unter Cellulite leiden. Denn: Cellulite tritt bei 80 bis 90 Prozent aller Frauen im Laufe ihres Lebens auf.

Übrigens gibt es Faktoren, die sich negativ auf das Bindegewebe auswirken können und ihm schaden. In der Folge wird die Cellulite schneller schlimmer. Alkohol, Nikotin und Kaffee leiern das Bindegewebe zum Beispiel sozusagen aus, indem sie den Stoffwechsel behindern. Auch Hormone und Stress bestimmen, wie ausgeprägt Cellulite auftritt. Und natürlich: Je mehr Fett in den Zellen gespeichert ist, desto mehr Fett kann nach außen drängen und Dellen verursachen – Ernährung spielt also auch eine Rolle.

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Cellulite kommt nicht nur bei dicken Menschen vor. Auch dünne Frauen können unter Cellulite leiden.
Cellulite kommt nicht nur bei dicken Menschen vor. Auch dünne Frauen können unter Cellulite leiden. IMAGO/Panthermedia

Woran erkennt man, wie schlimm die Cellulite ist?

Cellulite verläuft in verschiedenen Schweregraden. Bei Grad 1 ist die Hautoberfläche im Liegen und Stehen glatt. Beim Zusammenschieben der Haut zwischen Daumen und Zeigefinger zeigt sich jedoch die typische Matratzenstruktur, die Dellen, die Orangenhaut. Bei Grad 2 ist die Haut zwar im Liegen glatt. Im Stehen wird jedoch die Cellulite sichtbar. Zeigen sich die Cellulite an Oberschenkeln, Po oder Hüften sowohl im Stehen als auch im Liegen, ist das Grad 3.

Was hilft gegen Cellulite?

Eins vorweg. Cellulite endgültig den Gar ausmachen kann keine der genannten Methoden. Es gibt schlicht keine Behandlung, die nachgewiesen das Erscheinungsbild von Orangenhaut nachhaltig verbessert. Wer etwas gegen seine Cellulite unternehmen will, kann das trotzdem tun, muss es aber regelmäßig anwenden, da das Ergebnis nicht von langer Dauer ist.

Ernährung: Einer der wichtigsten Bausteine im Kampf gegen Cellulite ist die richtige Ernährung. Wer mit Übergewicht zu kämpfen hat, hat in den meisten Fällen auch auffälligere Orangenhaut, weil einfach mehr Fett da ist, das durch das Bindegewebe nach außen drücken kann. Verzichten Sie trotzdem auf Crash-Diäten. Nichts ist schlimmer für Cellulite als ein Auf und Ab beim Gewicht.

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Besser: Reduzieren Sie Salz, Zucker, Fett, Kaffee und Alkohol. Setzen Sie auf Vitamine und Mineralstoffe, vor allem auf Vitamin E, das in Nüssen und Vollkornprodukten vorkommt. Sinnvoll kann zudem der Verzehr von Vitamin-C-haltigen Früchten sein, wie zum Beispiel Sanddorn, Schwarze Johannisbeeren, Kiwis, Orangen und Zitronen, weil Vitamin C am Aufbau des Bindegewebes beteiligt ist.

Sport: Sport ist ein Garant im Kampf gegen Cellulite. „Wo Muskeln sind, kann sich Fettgewebe nicht so leicht ansiedeln. Muskeln erhöhen den Grundumsatz. Sie verbrennen mehr Kalorien als Fettgewebe“, erklärt Dermatologin Dr. Michaela Axt-Gadermann in Fit for Fun. Das Gewebe wird gestrafft und entschlackt. Zweimal die Woche Ausdauersport, einmal die Woche Krafttraining – so sieht der perfekte Anti-Cellulite-Trainingsplan aus.

Cremes: Sie gehen weg wie warme Semmeln: Anti-Cellulite-Cremes aus Drogerien und Apotheken. Aber bringen die eigentlich wirklich etwas? Ja, sie können durchaus für den Moment eine Wirkung zeigen, meint die AOK. Sie führen „zu einem gepflegteren und glatteren Aussehen der Haut, aber eben nicht mehr – denselben Effekt erzielt man mit einer guten Bodylotion. Eine Ausnahme bildet 0,3-prozentiges Retinol (eine Ableitung von Vitamin A): Eine Studie hat Hinweise darauf ergeben, dass die tägliche Anwendung über sechs Monate die Bildung der für ein straffes Bindegewebe wichtigen Kollagenfasern fördern könnte“.

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Massagen: Massagen sind seid je her Wahl Nummer eins bei der Vorbeugung und Behandlung von Cellulite. Belastbare Studien, die Erfolge belegen, gibt es nicht. Dennoch können Massage zumindest kurzzeitig einen sichtbaren Erfolg bringen. Sie machen die Haut glatt, regen die Durchblutung an, steigern den Lymphfluss und machen die Haut aufnahmefähiger für Cremes. Wichtig: Massieren Sie die Haut mit leicht kreisenden Bewegungen von unten nach oben in Richtung Herz.

Mit Massagerollern und Cremes gegen die Orangenhaut: Es gibt zahlreiche Anti-Cellulite-Produkte auf dem Markt.
Mit Massagerollern und Cremes gegen die Orangenhaut: Es gibt zahlreiche Anti-Cellulite-Produkte auf dem Markt. Christin Klose/dpa

Kaffeesatz: Besonders kostengünstig, weil eigentlich nur Abfall, ist übrig gebliebener Kaffeesatz als Mittel gegen Cellulite. Man kann ihn nach dem Duschen wie ein Peeling verwenden, er fördert die Durchblutung und macht die Haut damit straffer. Einfach mit einem Esslöffel Olivenöl verrühren und sanft in die Haut einmassieren. Abspülen, fertig.

Trockenbürsten: Auch Trockenbürsten kann eine der Ursachen von Cellulite – nämlich schlechte Durchblutung – verbessern. Einfach eine geeignete Bürste nehmen und mit sanftem Druck mit leicht kreisenden Bewegungen von unten nach oben in Richtung Herz massieren.

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Eine gesunde Selbstwahrnehmung: Das wohl beste, effektivste und langanhaltendste Mittel gegen Orangenhaut ist eine gesunde Selbstwahrnehmung. Sie haben Cellulite – na und? Sie sind damit nicht allein. Es ist nicht schlimm. Nehmen Sie es hin! Sie sorgen gut für sich und Ihren Körper – da kann Ihnen der vermeintlich kleine „Makel“ auch egal sein. Sie müssen keinem Schönheitsideal hinterherlaufen, dem 90 Prozent der Frauen eh nicht entsprechen.