Ein Schulkind mit einem Teststäbchen in der Nase.
Ein Schulkind mit einem Teststäbchen in der Nase. imago/Pereny

Er wird bereits als „Supertest“ beworben: Eine Kombination aus vier Tests, für den ein einziger Abstrich genügt, um Klarheit zu bekommen, welches Virus zugeschlagen hat. Denn das nasskalte Wetter in Deutschland beflügelt die Ausbreitung der beiden Influenza-Typen A und B, vor allem Kleinkinder werden vom RS-Virus befallen. Und dann gibt es immer noch Covid, von dem immer mehr Leute nach fast drei Jahren Pandemie nur noch genervt sind. Fast alle Deutschen waren durch Impfung oder Ansteckung mit dem Coronavirus in Kontakt, dennoch gibt es auch weiterhin schwere Verläufe. Auch Todesfälle werden weiterhin gemeldet, aber auch die Grippe verursacht teils schwerste Erkrankungen.

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Da sich die Symptome überschneiden, ein hartnäckiger Husten durch unterschiedliche Erreger ausgelöst werden kann, scheint der „Supertest“ ein sinnvoller Baustein im Kampf gegen die Weiterverbreitung der Viren zu sein. Angeboten werden solche Vierfachtests etwa von dem US-Unternehmen CorDx für knapp 5 Euro und dem chinesisch-deutschen Unternehmen EuroHan unter dem Namen Solmira ab etwa 2 Euro pro Test.

Mediziner haben Zweifel, ob der „Supertest“ wirklich sinnvoll ist

Mediziner äußern allerdings Zweifel, wofür genau die Tests gut sein sollen. Denn entscheidend zur Beurteilung der Schwere einer Erkrankung hält etwa der Medizinjournalist Dr. Christoph Specht die Symptome. Es sei „völlig wurscht, was für ein Virus das ist“, so Specht gegenüber RTL, ein symptomatisch schwer erkranktes Kind müsse in der Klinik behandelt werden. Erwachsene sollten sich zur Abklärung von schweren Symptomen in ärztliche Behandlung begeben, notfalls auch per telefonischer oder Video-Sprechstunde.

Für Covid-Erkrankungen gilt in Berlin und Brandenburg weiterhin eine Isolationspflicht. Für Influenza und RSV gibt es keine entsprechenden Regelungen. Auch wenn Corona-Schutzmaßnahmen weitestgehend aufgehoben wurden: Selbst bei leichten Symptomen sollte man aus Rücksicht auf andere in öffentlichen Räumen eine medizinische Maske tragen und aus Selbstschutz zumindest im Gedränge nicht auf eine FFP2-Maske verzichten, die im ÖPNV und medizinischen Bereichen weiterhin vorgeschrieben ist.