Lippenstift verleiht Frauen eine verführerische Note, doch die darin enthaltenen Giftstoffe belasten die Gesundheit. imago/Spectra

„Rote Lippen muss man küssen“, sang schon Cliff Richard auf Deutsch. Der Lippenstift gibt dem Mund eine sexy Note, auch wenn er für viele Frauen längst zur täglichen Routine gehört. Aber gerade die Gewohnheit, die Lippen täglich zu schminken, birgt eine für die meisten Menschen unbekannte Gefahr: Denn die Farbe löst sich und wandert überwiegend in den Mund. Die Mengen an verzehrter Lippenfarbe sind eindrucksvoll: Nicht weniger als fünf Lippenstifte im Jahr kommen da zusammen, hat die Stiftung Warentest jetzt ausgerechnet.

Man sollte meinen, die Hersteller würden die Produkte darauf abstimmen und nur gesundheitlich unbedenkliche Stoffe verwenden. Doch weit gefehlt. Ein Produkttest mit Lippenstoffen aus ganz unterschiedlichen Preiskategorien fiel „ernüchternd“ aus, wie die Tester am Mittwoch mitteilten. Alle 17 getesteten Lippenstifte in Rosenholztönen enthielten demnach Titandioxid. Von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit wird dieses als nicht mehr sicher eingestuft.

Kein einziger Lippenstift mit gut bewertet, auch Naturkosmetik fiel durch

Von den getesteten Lippenstiften erreichte keiner die Bewertung gut, zwei waren mangelhaft und der Rest lediglich befriedigend. Auch Naturkosmetikprodukte waren mit Titandioxid belastet. Mit mangelhaft bewerteten die Warentester sowohl einen Lippenstift für 38 Euro als auch ein günstiges Produkt für rund vier Euro. Diese seien mit mineralölartigen Substanzen belastet, die sich in den Organen anreichern könnten.

Die Substanz Titandioxid, die in allen getesteten Lippenstiften enthalten war, kann laut Europäischer Behörde für Lebensmittelsicherheit eine erbgutschädigende Wirkung haben. Die Warentester bewerteten den Stoff deshalb erstmals als Schadstoff.

Um Produkte mit Titandioxid zu vermeiden, sollten Verbraucherinnen und Verbraucher auf die Inhaltsstoffe achten. Die Angabe CI77891 weist auf den Inhaltsstoff Titandioxid hin.