Ein behandelnder Arzt zeigt auf die CT-Aufnahme der Lunge eines Patienten, der sich mit dem Coronavirus infiziert hat. dpa

Für viele ist die Corona-Pandemie längst vorüber, Masken werden von immer weniger Menschen in Supermärkten, Restaurants und anderen öffentlichen Orten getragen. Das Risiko, sich mit Covid-19 anzustecken, steigt mit der Anzahl von Kontakten. Das Virus kann sich nun leichter übertragen, weil fast alle Corona-Schutzmaßnahmen weggefallen sind und auch Ungeimpfte ohne Abstand und Maske zu Partys und auf Konzerte gehen. Bei mehr als 200.000 Leuten wird laut Robert-Koch-Institut (RKI) derzeit täglich eine Neuinfektion mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die Dunkelziffer liegt weit höher.

In der Regel verläuft die Erkrankung mit der derzeit vorherrschenden Omikron-Variante milde, doch selbst ein undramatischer Krankheitsverlauf schützt nicht vor möglicherweise lebensbedrohlichen Spätfolgen - wie nun eine neue Studie unterstreicht.

Auch die Gefahr einer tiefen Venenthrombose bis zu drei Monate deutlich erhöht

Corona-Infizierte haben demnach bis zu ein halbes Jahr nach der Ansteckung ein erhöhtes Risiko für die Bildung schwerer Blutgerinnsel. Der am Donnerstag in der Fachzeitschrift „BMJ“ veröffentlichten Studie zufolge hatten die Infizierten auch sechs Monate nach der Infektion noch ein 33-fach erhöhtes Risiko für eine Lungenembolie, bei der ein Blutgerinnsel Arterien in der Lunge blockiert.

Nicht nur Arterien sind betroffen. Auch die Gefahr einer tiefen Venenthrombose - ein Blutgerinnsel, das normalerweise in den Beinen entsteht - war bis zu drei Monate nach der Infektion mit dem Coronavirus um das fünffache erhöht. Menschen mit einer schweren Covid-Erkrankung oder Vorerkrankungen waren besonders gefährdet. Aber auch bei Personen mit leichten Erkrankungen, die keinen Krankenhausaufenthalt erforderten, war die Gefahr einer Lungenembolie und einer tiefen Venenthrombose höher.

Der Studie liegen Daten von einer Million Corona-Infizierten zugrunde

Dass eine Corona-Infektion das Risiko von Blutgerinnseln erhöht, war bereits bekannt. Neu ist hingegen die Erkenntnis, wie lange das Risiko anhält.

Die Forscher hatten für die Studie die Daten von einer Million Menschen in Schweden herangezogen, die zwischen Februar 2020 und Mai 2021 positiv auf das Virus getestet wurden. Diese wurden mit vier Millionen Menschen verglichen, die nicht positiv waren.

Die Forscher stellten fest, dass in früheren Infektionswellen das Risiko der Blutgerinnsel höher war als mit Fortschreiten der Pandemie. Sie erklärten dies mit der steigenden Impfrate und besseren Behandlungsmethoden