Schnarchen vertreibt nicht nur den Bettnachbarn, sondern ist auch gefährlich, wenn es zu nächtlichen Atemaussetzern kommt. www.imago-images.de

Die Geräuschkulisse wiederholt sich jede Nacht: Schnarchen ist nicht nur für den Partner im gemeinsamen Schlafzimmer höchst lästig, sondern kann bei Atemaussetzern für den Schnarcher selbst sogar gefährlich werden. Doch es gibt wirkungsvolle Abhilfe. Wir verraten, war wirklich gegen Schnarchen hilft!

Wie entsteht Schnarchen?

Jede zweite Person schnarcht im Schlaf. Insbesondere Männer sind betroffen, Frauen meistens erst im fortgeschrittenen Alter. Schuld am Schnarchen ist die im Schlaf erschlaffende Rachenmuskulatur. Die eingeatmete Luft kann nicht ungehindert durch die Atemwege zur Lunge fließen. Gaumensegel und Rachenzäpfchen flattern dann bei jedem Atemzug, was die störenden Schnarchgeräusche erzeugt.

Beim nächtlichen Schlafen können die Atemwege Engstellen bilden, an denen die vorbeiziehende Atemluft Töne erzeugt. „Wenn Luft über eine Engstelle strömt, entstehen Laute“, erklärt Professor Christoph Schöbel im Gesundheitsmagazins „Apotheken Umschau“ das Problem. Der Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums am Universitätsklinikum Essen verdeutlicht: „Bei einer Flöte klingt es nett, bei Schnarchern nicht so sehr.“

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Welche Gründe gibt es für das Schnarchen?

Gründe können Infektionen der oberen Atemwege wie beispielsweise Erkältungen, Schnupfen mit angeschwollenen Nasenschleimhäuten, akute Nasennebenhöhlen-Entzündungen oder allergische Reaktionen sein. Aber auch Schlafmittel und muskelentspannende Medikamente, vergrößerte Polypen und eine gekrümmte Nasenscheidewand fördern das Schnarchen.

Schnarchen tun meist Männer – aber warum?

Wissenschaftler vermuten, dass bei Frauen weibliche Sexualhormone eine Art „Schnarchschutz“ ausüben. „Nach den Wechseljahren nimmt das Problem bei Frauen deutlich zu“, so der Marburger Hals-Nasen-Ohren-Experte Professor Boris Stuck.

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Es gibt verschiede Möglichkeiten, was gegen das Schnarchen helfen kann. IMAGO/Panthermedia

Was hilft gegen Schnarchen?

Tipp 1: Abnehmen! Durch die Reduzierung des Körpergewichts kann dem Schnarchen vorgebeugt werden. Denn überflüssige Pfunde begünstigen das Schnarchen.

Tipp 2: Schlafposition ändern! Da viele Menschen nur schnarchen, wenn sie auf dem Rücken liegen, könnte Schlafen auf der Seite zumindest das Schnarchen mindern. Tipp: Ein im Pyjama eingenähter Ball verhindert die riskante Rückenlage.

Tipp 3: Nasenklammern! Zudem sollten Betroffene die Nasenatmung verbessern. Nasenklammern oder -pflaster können die Atmung erleichtern. Die Nasenklammer wird bei richtiger Anwendung in den Vorhof der Nase platziert. Ihr primäres Ziel ist es, diesen Bereich zu weiten, also die Nasenscheidewände zu spreizen. Durch diesen leichten Druck werden die Atemwege auf natürliche Weise vergrößert, weshalb man auch leichter Luft bekommt.

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Tipp 4: Schiene anpassen lassen! Wirksam kann auch eine Entlastung des Unterkiefers sein, wenn eine Schiene verhindert, dass die Zunge im Schlaf zurückfällt. Damit eine Schnarchschiene ausreichend Zugkraft entwickeln kann, um den Unterkiefer nach vorne zu verlagern, muss sie an Ober- und Unterkiefer guten Halt finden. Fragen Sie Ihren Zahnarzt nach Rat.

Tipp 5: Schnarch-OP! Zudem kann ein kleiner operativer Eingriff am weichen Gaumen manchmal das Problem beheben. Bei der Uvula-Palato-Pharyngoplastik, auch Gaumensegelstraffung oder Schnarch-OP genannt, wird die Schleimhaut an Gaumen, Rachen und Zäpfchen eingeschnitten, gerafft und wieder zusammengenäht. Dadurch wird die Gaumenpartie gestrafft, um beim Schlafen eine Verengung der oberen Atemwege zu verhindern.

Tipp 6: Zungengymnastik! Eine aktuelle Studie zeigt außerdem, dass eine tägliche Zungengymnastik Schnarchern helfen kann. Einfach die Zungenspitze für einige Sekunden gegen den Gaumen pressen, danach von hinten gegen die untere Zahnreihe drücken, den hinteren Teil des Gaumens öffnen und laut „A“ sagen.