Es muss nicht immer Zucker sein: Auch Honig oder Ahornsirup eignen sich zum Süßen. Foto:
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Süß soll es sein, aber möglichst ohne weißen Zucker. Wer nach alternativen Süßungsmitteln sucht, hat einige Alternativen. Nur: Kalorienärmer oder gesünder sind die wenigsten. Der KURIER gibt einen Überblick über natürliche und industriell hergestellte Varianten, solche mit und ohne Kalorien, und verrät, welche wofür empfehlenswert sind.

Honig: Honig ist vor allem für Tee, Joghurt und den Klassiker „Heiße Milch“ geeignet. Er hat etwa 80 % der Süßkraft von Zucker und ist eine der wenigen Zuckeralternativen, die rein natürlich gewonnen wird. Ob Akazien-, Löwenzahn- oder Waldhonig – der süße Nektar punktet mit Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen und Aminosäuren. Und wirkt zudem antibakteriell und entzündungshemmend. Aber Achtung: Säuglinge vertragen Honig nicht.

Agavendicksaft:  Agavendick­saft wird aus dem Saft von Agaven hergestellt und weist einen hohen Fruktosegehalt auf. Die Süßkraft des Sirups ist mit 125 Prozent etwas höher als die des Haushaltszuckers, dafür hat er weniger Kalorien. Er ist sehr gut löslich und deshalb hervorragend geeignet fürs Müsli, auf Pancakes, im Tee, Kaffee und Smoothie.

Viele Zucker-Alternativen sind nicht rein natürlich

Ahornsirup: Auch das „flüssige Gold aus Kanada“ hat im Vergleich zu Haushaltszucker eine höhere Süßkraft und weniger Kalorien. Ahornsirup wird unter anderem aus dem Saft des Zucker-Ahorns gewonnen. Obwohl er ein fast 70-prozentiges Zuckerkonzentrat darstellt, besitzt er im Gegensatz zum herkömmlichen Haushaltszucker Mineralstoffe wie Kalium, Eisen und Magnesium. Der Nachteil:  Er ist nicht geeignet für geschmacksneutrales Süßen, hat eine feinwürzige Karamellnote.

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Birkenzucker/Xylit: Birkenzucker oder auch Xylit genannt wird in der Regel nicht aus Birkenholz gewonnen, sondern ist ein Abfallprodukt. Er entstammt landwirtschaftlichen Reststoffen wie Maiskolbentresten, Stroh und aus Harthölzern. Xylit hat etwa die Hälfte der Kalorien von Zucker, hat keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel und ist nicht Karies fördernd.

Wer gesunder leben will, sollte seinen Zuckerkonsum insgesamt überdenken. Denn wirklich gesund sind auch die Zucker-Alternativen nicht. Foto: imago/Panthermedia

Dattelsirup: In ihm sind die in der Dattel vorhandenen Nährstoffe wie Vitamin A und D, Magnesium, Kalium und Folsäure in geringer Menge enthalten. Sein karamellartiges Aroma verleiht Tee, Smoothies, Suppen, Soßen und Desserts eine feine Note. Dattelsirup hat eine höhere Süßkraft als Zucker und kann daher sparsam verwendet werden.

Erythrit: Das in Läden und Onlineshops angebotene Erythrit stammt aus industrieller Produktion. Es wird in mehreren Verarbeitungsschritten biotechnologisch mit Hilfe von Pilzen aus Kohlenhydraten hergestellt. Erythrit ist kalorienfrei, hat keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel und ist nicht Karies fördernd. Es kann in größeren Mengen aber Blähungen und Durchfall verursachen.

Es geht auch mit weniger Zucker. 
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Zucker-Alternativen sind oft nicht kalorienärmer

Kokosblütenzucker: Er ist ebenso körnig und fast genauso süß wie Kristallzucker. Er schmeckt nicht nach Kokos, sondern hat eine karamellartige Note. Das liegt daran, dass er aus dem Nektar der Kokospalme und nicht aus der Kokosnuss gewonnen wird. Kokosblütenzucker besteht hauptsächlich aus Zucker und hat daher fast so viele Kalorien wie Haushaltszucker.

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Reissirup: Reissirup hat in Japan als Süßungsmittel eine lange Tradition und wird aus gemahlenem und gekochtem Reis hergestellt. Durch Fermentation wird die Reisstärke in Zuckermoleküle aufgespalten. Der goldfarbene Sirup hat ein malzig-nussiges Aroma und eine geringere Süßkraft als Haushaltszucker. Er enthält keinen Fruchtzucker und ist daher auch für Menschen mit Fruktoseintoleranz geeignet.

Stevia: Der Zuckerersatzstoff besteht meist hauptsächlich aus Erythrit oder dem Mehrfachzucker Maltodextrin. Von Herstellern so genanntes „Stevia“ oder „Stevia-Streusüße“ enthalten – anders als die Abbildung von Blättern der Stevia-Pflanze vermuten lassen – kein Stevia in natürlicher Form, warnt die Verbraucherzentrale. Von den Steviolglykosiden aus den Stevia-Blättern stecken nur geringe Mengen davon in den entsprechenden Zuckerersatzstoffen, denn im Vergleich zu Zucker haben sie etwa die 300-fache Süßkraft, zudem einen lakritzartigen Eigengeschmack. (mit dpa)