Wer einen Weihnachtsbaum nach Hause bringt, transportiert auch allerhand unerhoffte Besucher ins Heim. imago

Bei Biologen löst die Nachricht wohl nur ein Schulterzucken aus, aber die meisten Weihnachts-Fans dürften schockiert sein: Der Weihnachtsbaum ist der Lebensraum für eine Vielzahl von Insekten, und diese hüpfen nicht von den Zweigen, bevor man den gekauften Baum nach Hause bringt. Während der Baum in der Wohnung seinen unverkennbar-harzigen Duft verströmt, erwacht er zu seinem zweiten Leben, und damit sind auch tausende Insekten gemeint, die sich zwischen Wurzeln und Baumkrone tummeln. 

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In einem Interview nannte der Insektenkundler Bjarte Jordal von der Universität Bergen eine Zahl, die bei Normalsterblichen für Entsetzen sorgen dürfte: 25.000 Tierchen krabbeln auf einem einzigen Weihnachtsbaum herum! Dabei handelt es sich um Tierchen, die bei vielen Menschen Ekel-Gefühle hervorrufen. Aber ist die Angst begründet?

Zecken übertragen FSME und Borreliose, Milben lösen Allergien aus

In der Zahl sind Millionen von Mikroorganismen übrigens noch gar nicht einberechnet. Die Rede ist hier von Spinnen, Milben, Motten, Springschwänzen, Rindenläusen und Zecken. Die Angst vor Spinnen ist in den seltensten Fällen begründet, aber kleinreden sollte man sie auch nicht. Milben sind eine Unterklasse der Spinnentiere, sind für Menschen meist harmlos, können allerdings Allergien hervorrufen. Bei Allergikern kann mit Milben verunreinigte Nahrung schwere Symptome bis hin zu einem Immun-Schock auslösen.

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Beim Thema Zecken zucken viele Leser vielleicht schon zusammen: Übertragen die Tierchen doch die gefährliche Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose. Lauert im beschaulichen Weihnachtsbaum also möglicherweise eine unerkannte Gefahr für Leib und Leben? Doch Insektenforscher Jordal hält die Gefahr für vernachlässigbar. Denn die Zecken befänden sich im Schlaf-Modus, wenn der Baum nach Hause gebracht werde. Ist das Fest vorbei, seien sie tot. Das gelte auch für die anderen Tierchen: Die könnten zwar durch die wohlige Wärme aus ihrem Schlaf-Quartier auf dem Baum erwachen, aber auch sie sterben innerhalb weniger Tage, weil ihnen die Nahrung fehlt.

Tipps, um unerwünschte Insekten zu vertreiben

Wer auf Nummer sicher gehen will, für den gibt Insektenforscher Jordal folgenden Tipp: Der Weihnachtsbaum sollte lokal angebaut sein und aus Hartholz bestehen. Bei solchen Bäumen sei die Zahl von unerwünschten Bewohnern ohnehin begrenzt. Auf keinen Fall sollte der Baum vor dem Schmücken abgewaschen werden, dadurch könne er Schaden nehmen.

Wem das nicht reicht, kann den Baum im Keller oder in der Garage ein paar Tage vor dem Aufstellen einlagern. Was auch hilft: Den Baum vor dem Aufstellen kräftig schütteln: Das bewegt bereits erwachte Insekten, sich von dem Baum zu entfernen.