Krebsvorsorge, wie hier für den Brustkrebs, ist auch in Corona-Zeiten wichtig. Gehen Sie unbedingt zum Arzt! Foot: Imago Images

Wissenschaftler und Ärzte warnen in der Corona-Krise vor einer „Bugwelle an zu spät diagnostizierten Krebsfällen“. Bislang müssten Krebspatienten im Regelfall keine bedrohlichen Versorgungsengpässe befürchten, doch Einschränkungen durch die Krisensituation seien spürbar, teilten das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), die Deutsche Krebshilfe und die Deutsche Krebsgesellschaft jetzt mit.

Ob die Zahl der Krebsfälle dadurch steigen könnte, ließen die Experten zunächst offen. Grundsätzlich sei die Krebstherapie auch in Corona-Zeiten in Deutschland gesichert, sagte Gerd Nettekoven, Vorstandschef der Stiftung Deutsche Krebshilfe. „Doch wir erkennen inzwischen auch, dass das Versorgungssystem spürbar gestresst ist und die Einschränkungen aufgrund der Krisensituation negative Auswirkungen für Krebspatienten haben können.“

Klinikbetten werden derzeit frei gehalten – für Corona-Patienten, die aufgrund der Epidemie-Entwicklung doch nicht in der zunächst befürchteten hohen Zahl kamen. Früherkennungsprogramme wurden zusammengestrichen, ebenso manche Spezialuntersuchungen bei Krebs. Nicht lebensnotwendige Operationen wurden verschoben.

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Jeder zweite Bundesbürger erkrankt an Krebs

Dabei erkrankt jeder zweite Bundesbürger im Laufe seines Lebens an Krebs. Und gerade die Diagnose Krebs löst bei den Betroffenen Ängste aus. Noch immer sind viele Tumorerkrankungen nicht heilbar. Eine aktuelle Studie belegt zwar, dass das Risiko, an Krebs zu sterben, in den vergangenen Jahren weiter zurückgegangen ist. Im Vergleich zu 2015 werden in diesem Jahr fünf Prozent weniger Männer und vier Prozent weniger Frauen an Krebs sterben.

Aber Krebs ist nach wie vor eine Alterserkrankung. Viele potenzielle Krebserkrankte gehen zurzeit nicht zur Vorsorge, weil sie Angst haben, sich in der Arztpraxis mit dem Coronavirus zu infizieren. Das kann ein großer Fehler sein – viele Krebserkrankungen bleiben unentdeckt.