Ab einem gewissen Alter zwicken die Gelenke. Imago/Westend61

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

darauf werden wir eigentlich nicht wirklich vorbereitet. Älter werden bedeutet auch Abschied nehmen von einem vitalen gesunden Körpergefühl. Morgens ausgeschlafen und gestärkt aus dem Bett springen, sich auf den Tag freuen und dabei Gewissheit haben, dass alles, was wir uns vorgenommen haben oder erledigt werden muss, dann von uns auch mühelos geschafft wird.

Wenn der Körper beim Älterwerden zickt

Es beginnt für viele ältere Menschen schon damit, dass sich der gesunde tiefe Schlaf einfach nicht einstellen will. Im Bett mag man sich kaum drehen, weil die Schulter oder die Hüfte dabei schmerzt. Und morgens steigt so ein gepeinigter Mensch gerädert aus den Federn.  Um wieviel mühevoller verläuft dann der Tag bzw. die Tage, wenn bei jedem Schritt die Knie, die Hüften, die Gelenke oder sonst etwas schmerzt.

Nach einem langen Leben voller Einsatz und Arbeit lautet die Diagnose oftmals: Arthrose. Sie betrifft über 60 Prozent der älteren Bevölkerung. Bei den über 65-Jährigen lässt sich Arthrose sogar bei 90 Prozent nachweisen. Fortschreitender Knorpelverlust kennzeichnet den Krankheitsverlauf mit zunehmenden Gelenkschmerzen und Bewegungsbeeinträchtigungen. Im fortgeschrittenen Stadium haben die Beschwerden oft einen deutlichen Verlust an Lebensqualität zur Folge. Bedingt durch Einschränkungen der Beweglichkeit und Selbständigkeit.

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Aber nicht nur das, auch die Lebensfreude kann sich bei andauernden Schmerzen doch ziemlich mindern. Es gibt zum Glück Schmerzmittel. Und Schmerzgels wirken bei akuten Schüben mitunter ganz gut. Chronische Arthrose ist nicht heilbar. Aber eine frühzeitige Erkennung und Behandlungsbeginn, natürlich auch Bewegungsübungen können helfen.

Wie bleibt man trotz Schmerzen im Alter froh?

Es bleibt aber die Frage, wie schaffe ich es, mit andauernden Schmerzen dem Leben Frohsinn abzugewinnen ? Das hat gewiss nicht nur etwas mit dem jeweiligen Naturell zu tun und dem Maß vom Ertragen von Schmerzen. Wie oder wer bereitet uns auf diesen Lebensumstand im Alter vor? Dass Kraft und Vitalität nachlässt. Theoretisch weiß es jeder. Und überall können wir es beobachten. In der Natur und bei allem, was lebt und lebendig ist. Vom Werden und Vergehen. Trotzdem werden die älteren Menschen ziemlich allein gelassen und müssen sich selbst helfen.

Für alle Phasen im übrigen Leben gibt es Anleitung oder Beschreibung, was zu tun ist oder was wir dürfen. Als Kleinkind darfst Du spielen. Im Kindergarten findet die erste Förderung statt. In der Schule wird im Eiltempo Wissen und Orientierung vermittelt. In Berufsausbildung und Studium werden wir dann fit für den Arbeitsmarkt gemacht. Es werden kaum Kosten und Mühen gescheut, genau diese Phase im Leben möglichst lange gut zu erhalten.

Gerade kann ich ein Liedchen davon singen, wie es ist, sich dauernd mit Schmerzen zu bewegen. Ich meine, das wir Älteren diese Lebensphase sehr viel besser verstehen und erleben werden, wenn  wir frühzeitig gute Informationen bekommen, was mit unserem Körper in dieser Zeit passiert. Gesellschaftlicher Respekt und Anerkennung und vor allem Wertschätzung für diese Lebensphase würden sehr helfen.

Liebe Leserinnen und liebe Leser, bleiben Sie gesund!

Ihre Sabine Stickforth

KURIER-Autorin Sabine Stickforth schreibt jeden Dienstag über das Leben über 50 in Berlin.
Kontakt über wirvonhier@berlinerverlag.com.