Alte Sonnencremes entsorgen. Sie schützen nicht mehr perfekt. dpa/Florian Schuh

Der Sommer ist ja dann doch noch irgendwie angekommen und der Sonnenschein treibt die Menschen hinaus ins Freie. Und gerade für Leute des hellen Hauttyps beginnt wieder eine Art Wettlauf mit dem Sonnenbrand. Also ist Einschmieren mit Sonnenmilch und -creme wieder zum fast alltäglichen Ritual geworden. Und zum Glück sind die Bestände aus dem vergangenen Jahr bei den meisten noch nicht aufgebraucht ... Aber ist das Zeug überhaupt noch zu verwenden? Oder ist die Sonnenmilch über den Winter sauer geworden?

Hautarzt Professor Eckhard Breitbart hat eine eindeutige Meinung dazu, nämlich das es eine eher schlechte Idee wäre, die letztjährige Sonnencreme zu verwenden. Ein neues Fläschchen aus der Drogerie ist allemal die bessere Wahl.

Denn der allgegenwärtige Sauerstoff aus der Luft führe zu Oxidation und dieser Vorgang wiederum sorgt dafür, dass sich die Inhaltsstoffe verändern. Damit könne auch die Schutzfunktion geringer werden, sagt der Experte der Deutschen Krebshilfe und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP).

Schlimmer noch, „Stoffe, die dabei entstehen können, könnten durchaus krebserregend sein“, so Professor Breitbart. Wenngleich der „richtige Nachweis“ dazu noch nicht erbracht worden sei.

Eine Studie französischer und amerikanischer Wissenschaftler, die im März 2021 veröffentlicht wurde, hat neue Belege für die These geliefert: Demnach haben sich bei Cremes mit dem UV-Schutzfilter Octocrylen im Laufe der Zeit Benzophenone gebildet, die als möglicherweise krebserregend gelten.

Sonnencreme: Beachten Sie die Angaben auf der Verpackung

Wie lange eine Sonnencreme nach dem Öffnen bedenkenlos nutzbar ist, steht auf der Tube oder der Dose: Das entsprechende Symbol ist eine geöffnete runde Dose, in der zum Beispiel die Angabe „12 M“ steht. Das bedeutet: maximal zwölf Monate. Danach ist ein Neukauf zu empfehlen.

Um nicht den Überblick zu verlieren, wann genau man nun eine Sonnencreme geöffnet hat, empfiehlt es sich, das Datum des Öffnens mit wasserfestem Filzstift auf die Tube zu schreiben.

Sonnenmilch: Warum steht oft kein Haltbarkeitsdatum auf der Tube?

Sonnencremes haben darüber hinaus mitunter, aber längst nicht immer, ein Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). Ist dieses überschritten, sollten sie ebenfalls nicht mehr benutzt werden, rät Breitbart – selbst wenn sie noch ungeöffnet sind.

Ein konkretes Haltbarkeitsdatum findet sich auf den Tuben aber oft nicht. Denn Kosmetikprodukte in der Europäischen Union müssen nur dann ein Mindesthaltbarkeitsdatum haben, wenn sie nicht länger als 30 Monate haltbar sind.

Viel hilft viel – Seien Sie großzügig beim Auftragen von Sonnenschutzmitteln

Mit Blick auf die Auswahl der Creme rät Hautarzt Breitbart, auf parfüm- und duftstofffreie Produkte zu setzen und darauf zu achten, dass sie vor UVA- und UVB-Strahlen schützen.

Bei der Anwendung des Schutzmittels ist Sparsamkeit unangebracht. Den versprochenen Lichtschutzfaktor leisten die Produkte nur, wenn sie ausreichend dick auf die Haut aufgetragen werden. „Eine Faustregel ist: Für Heranwachsende braucht es allein im Gesicht einen gehäuften Teelöffel – für Erwachsene noch etwas mehr“, sagt der Mediziner.