Ein Tumor wird hier mithilfe der Magnetresonanztomografie festgestellt.
Ein Tumor wird hier mithilfe der Magnetresonanztomografie festgestellt. dpa

Krebs ist die zweithäufigste Todesursache in Deutschland, hinter Herz-Kreislauf-Krankheiten, aber noch vor Atemwegserkrankungen, vor allem Corona und Grippe. Gerade die Neubildungen von besonders aggressiven Tumoren erweisen sich für Patienten nach einer überstandenen Krebs-Erkrankung als Zeitbombe. Neben der Bedrohung der Körperzellen durch ein wieder aufflammendes Krebswachstum drückt die Gefahr auch auf die Psyche: Jahrelang können Patienten in dem Glauben leben, der Krebs sei geheilt, doch plötzlich kommt die Diagnose von neuen Metastasen, die die Psyche belastet. Und dies wiederum kann die Heilung von der oftmals tödlichen Krankheit erschweren.

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Hemmstoff verhindert, dass der Tumor auf gesunde Zellen übergreifen kann

Doch die Fortschritte im Kampf gegen den Krebs sind inzwischen so weit gereift, dass die Diagnose längst kein Todesurteil mehr bedeuten muss. Wird der Tumor frühzeitig erkannt, ist eine vollständige Heilung oftmals möglich. Nun ist Forschern der Universität Konstanz möglicherweise ein entscheidender Schritt im Kampf gegen die tückische Krankheit gelungen. Sie haben einen Hemmstoff entwickelt, der das Überleben von Krebs-Patienten deutlich verbessern könnte.

Der sogenannte Inhibitor verklebt die betroffenen Krebszellen und verhindert, dass der Krebs weiter auf gesunde Zellen übergreifen kann. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse einer Studie des Konstanzer Forscherteams um den Biologen Christof Hauck gerade im Fachmagazin Cell Chemical Biology. Die Konstanzer Krebsforscher erklären darin, wie der Hemmstoff in das Zellwachstum der betroffenen Organe eingreift.

Hemmstoff schaltet wichtiges Enzym der Tumorzellen aus

Demnach schaltet der Hemmstoff ein wichtiges Enzym der Tumorzellen aus, die Proteinphosphatase PPM1F. Dadurch werden die Zellen quasi gelähmt, können sich nicht mehr fortbewegen. Anders als in gesunden Zellen kommt die Proteinphosphatase PPM1F in besonders großen Mengen vor. In einem Tweet vergleichen die Forscher den Zustand der Tumorzellen mit einem „Lockdown“.

Studienautorin Tanja Grimm bezeichnet die Errungenschaft als wesentlichen Fortschritt, „die Metastasierung von Tumoren zu stoppen“. Allerdings seien weitere Studien erforderlich, um das „Damoklesschwert über den Patienten“ zu entschärfen.