Erektionsstörungen können Vorboten schlimmer Krankheiten wie Herzinfarkt oder Diabetes sein.
Erektionsstörungen können Vorboten schlimmer Krankheiten wie Herzinfarkt oder Diabetes sein. Imago/CTK Photo

Kein Mann spricht gern darüber: Erektionsstörungen. Noch immer ist es eines der ganz großen Tabuthemen unserer Gesellschaft. Wenn ein Mann keine Erektion bekommen oder diese nicht erhalten kann, sodass sie für Sex ausreicht, und dieses Problem dauerhaft auftritt, ist guter Rat teuer. Doch aus Scham sprechen viele Männer erst gar nicht drüber. Ein Fehler! Denn: Manchmal weisen Erektionsstörungen auf eine ernst zu nehmende Erkrankung hin.

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Dr. Tobias Jäger, Urologe aus Essen und Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit, warnt in Bild: „Gerade Potenzstörungen, die über drei Monate anhalten, sollten unbedingt von einem Urologen untersucht werden. Sie können der Vorbote für ernsthafte Volkskrankheiten sein.“ Die drei wichtigsten im Überblick:

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Potenzstörung als erstes Anzeichen von Diabetes

Pure Lustlosigkeit, kein sexuelles Verlangen – wer solche Symptome über einen längeren Zeitraum wahrnimmt, bei dem sollten die Alarmglocken läuten. Egal auf welche vermeintliche Ursache Sie es schieben – lassen Sie sich trotzdem untersuchen. Denn unter Umständen steckt sogar Diabetes dahinter.

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Dr. Tobias Jäger erklärt: „Ich untersuche bei meinen Patienten deshalb auch immer den HBA1C-Wert, der etwas über den mittelfristigen Blutzuckerspiegel aussagen kann. Bei vielen Diabetikern ist die Potenzstörung das erste Symptom, das sie überhaupt wahrnehmen. Andere Symptome, etwa eine verschlechterte Sehkraft, schieben sie häufig auf ihr Alter.“

Doch oft steckt eben auch Diabetes hinter diesen Anzeichen. Und der Arzt hat auch eine gute Nachricht: „Ist der Blutzuckerspiegel bei Diabetikern gut eingestellt, verbessert sich auch die Potenz wieder.“

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Dr. Tobias Jäger erklärt, warum Mann bei länger anhaltenden Potenzproblemen zum Arzt gehen sollte.
Dr. Tobias Jäger erklärt, warum Mann bei länger anhaltenden Potenzproblemen zum Arzt gehen sollte. UPK Essen

Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko am Penis erkennen

„Studien haben gezeigt, dass bei Patienten, die unter koronaren Herzkrankheiten leiden, schon fünf Jahre im Voraus Potenzstörungen aufgetreten sind“, erklärt Dr. Tobias Jäger. Und der Grund scheint einleuchtend. „Die Arterien am Schwellkörper sind viel kleiner als an den Herzkranzgefäßen oder der Halsschlagader. Bei Patienten mit Erektionsstörungen sollten die Arterien am Penis auf Ablagerungen, etwa durch Cholesterin oder eine Fettstoffwechselstörung, untersucht werden.“

Wer also länger als drei Monate an Potenzstörung leidet, sollte sein Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko abklären lassen. Dazu kann man im Blut Cholesterin und Triglyzeride (Fettwerte) untersuchen. Beim Hausarzt ist dieser Bluttest laut dem Fachmann sogar kostenlos.

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Erektionsstörung als Anzeichen für Depressionen oder Burn-out

Klar, wer häufig im Stress ist, hat in der Regel weniger Lust auf Sex. Doch was ist, wenn Mann so gar keine Lust mehr auf ein vergnügliches Liebesleben hat? „Dahinter können sich auch ernsthafte psychische Krankheiten wie Depression oder Burnout verstecken“, weiß Dr. Tobias Jäger.

Der Experte redet Klartext, empfiehlt, zunächst organische Ursachen ausschließen zu lassen und dann die Psyche in den Fokus zu rücken. „Männer sollten Depressionen und Burnout genauso ernst nehmen, wie andere organische Erkrankungen und sich behandeln lassen“, sagt der Urologe.