Hanfsamen enthalten gesunde Fette und Vitamine. Beim Kauf hanfhaltiger Lebensmittel sollten Verbraucher aber auf eine Herkunft aus Europa achten. Foto: Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Lebensmittel mit Hanf erobern die Supermärkte und Drogerien. Ob in Snacks, Müsli, veganen Lebensmitteln, aber auch in Energydrinks, Eiscreme oder Proteinnahrung, von Hanfsamen über Hanf-Tee bis hin zu Hanf-Bier: Hanf steht immer öfter als Inhaltsstoff in der Zutatenliste. Dabei ist der Trend nicht ganz ungefährlich. Was Verbraucher wissen sollten, wenn sie zu Lebensmitteln mit Hanf greifen – der KURIER klärt auf.

Warum ist Hanf in Lebensmitteln so beliebt?

Vorrangig befinden sich Lebensmittel auf dem Markt, die als Zutat Hanfsamen beziehungsweise das aus Hanfsamen gewonnene Protein oder Öl in den Produkten enthalten. Der Grund: Darin enthalten sind hochwertiges Eiweiß, Fettsäuren und Ballaststoffe. Hanfsamen gelten als Superfood, sind wegen ihres nussig-süßlichen Geschmacks beliebt. „Der Proteinanteil liegt je nach Produkt zwischen 20 und 35 %. Hanfsamenöl enthält einen hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren (ca. 80 %) und für die Ernährung wertvolle Anteile an den essentiellen Fettsäuren Linolsäure (ca. 60 %) und α-Linolensäure (ca. 20 %). Weiterhin ist das Öl reich an B- Vitaminen und Vitamin E, sowie den Mineralstoffen Calcium, Magnesium und Eisen“, erklärt die Verbraucherzentrale.

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In welchen Lebensmitteln ist Hanf enthalten?

Hanfmüsli, Hanfaufstrich, Hanfriegel, Hanfschokolade, Hanfkräutermischungen oder Getränke in Form von Hanftee, -kaffee oder -bier. Hanfsamen, Hanföl, Hanfmehl und Senf mit Hanf, Nahrungsergänzungsmittel oder Hanf-Protein-Pulver – selbst Grillwurst mit Hanföl ist im Angebot. Lebensmittelhersteller werden nicht müde, immer neue Produkte mit Hanf in der Zutatenliste auf den Markt zu bringen.

Auf was sollte man beim Kauf von Hanf-Lebensmitteln achten?

Natürlich ist es geregelt, wie viel und in welcher Form Hanf in der EU in Lebensmitteln stecken darf. Trotzdem heißt das nicht, dass man auf Nummer sicher gehen kann. Die Faserhanfsorten (nicht zu verwechseln mit dem Hanf für die Drogen-Produktion), die innerhalb der EU angebaut werden dürfen, weisen mit weniger als 0,2 % einen niedrigen THC-Gehalt auf. THC (Tetrahydrocannabinol) zählt zu den Cannabinoiden – es ist die Substanz, die die Psyche beeinflussen kann. Deshalb ist es besonders wichtig, auf die Herkunft zu achten: Europa! Auch wichtig: gesicherte Einkaufsquellen nutzen. „Die Bestellung hanfhaltiger Lebensmittel, natürlicherweise CBD-haltiger Öle, Hanf-Extrakte oder Nahrungsergänzungsmittel über Internetshops kann mit Risiken bezüglich der gesundheitlichen Unbedenklichkeit, Herkunft und Qualität verbunden sein“, warnt der Tüv Süd.

Wie berauschend sind Lebensmittel mit Hanf in der Zutatenliste?

Die Nutzung von Hanf als Lebensmittelzutat ruft häufig Verunsicherung hervor: Verfalle ich nach dem Verzehr in einen Rausch? Werde ich womöglich sogar süchtig? Hanfsamen enthalten natürlicherweise kein THC. Lebensmittel, die ganz oder teilweise aus den Blättern oder Blüten der Pflanze hergestellt sind, weisen häufig höhere THC Werte auf (bis zu 20 Prozent).

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Wie viel THC darf in Hanf-Lebensmitteln stecken?

Einen europaweit vereinheitlichten oberen Grenzwert in Lebensmitteln gibt es für THC nicht. Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin hat THC-Richtwerte für Lebensmittel abgeleitet. Sie sind zur Orientierung für die Hersteller und die Lebensmittelüberwachung gedacht. Würden diese Richtwerte eingehalten, sei – nach jetzigem Wissensstand – nicht damit zu rechnen, dass bedenkliche Wirkungen aufträten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist jedoch darauf hin, dass diese Richtwerte vor allem in Nahrungsergänzungsmitteln mit Hanf sehr häufig überschritten werden. Deshalb: Achtung! Bei Vielverzehrern, Kindern oder Schwangeren sind gesundheitliche Beeinträchtigungen möglich.