Handgelenk überdehnt: eine der typischen Sportverletzungen, bei denen rezeptfreie Salben, Cremes oder Gels helfen können. imago

In Corona-Zeiten, vor allem an grauen Wintertagen, sind Sport und Bewegung wichtiger denn je. Doch schnell hat man die körperlichen Grenzen erreicht, der Oberschenkel oder das Armgelenk schmerzt. Was tun? Als erste Hilfe bieten sich Schmerzmittel oder Salben an. Mediziner raten bei der Einnahme von Schmerztabletten zur Vorsicht: Neben der Suchtgefahr bei gewohnheitsmäßig eingenommenen Schmerzstillern stehen die Nebenwirkungen im Fokus: Schmerzmittel wie Aspirin oder Ibuprofen können die Magenschleimhaut angreifen, Vorerkrankte mit Herz- oder Nierenschäden belasten.

Hier kommen schmerzstillende Salben und Cremes ins Spiel: Auch diese können Nebenwirkungen auslösen, doch da sie lokal angewendet werden, verteilen sich die Wirkstoffe nicht großflächig über die Blutlaufbahn.

Natürliche Wirkstoffe: Arnika und Beinwell

Arnika ist bei Anhängern der umstrittenen Homöopathie beliebt, doch die Alpenblume hat zunächst wenig mit dem Globuli-Zauber zu tun, sondern ist ein traditionelles Heilmittel, das schon im Mittelalter angewendet wurde – allerdings nicht nur bei Verletzungen, sondern auch als Aphrodisiakum! Auch der Beinwell gilt als Heilpflanze und wurde bereits in der Antike zur Wundbehandlung und sogar bei Knochenbrüchen eingesetzt. Es gibt Hinweise, dass deren pflanzliche Inhaltsstoffe Heilwirkung entfalten, allerdings fehlen weiterhin wissenschaftliche Studien, die dies zweifelsfrei belegen. Vorsicht ist bei der Einnahme von Beinwell-Produkten angezeigt: Darin enthaltende Alkaloide gelten als leberschädigend und potenziell krebserregend.

Salben und Cremes aus der Apotheke: Diclofenac, Ibuprofen, Ketoprofen

Freizeitsportler setzen oft auf frei verkäufliche Cremes, die unter verschiedenen Handelsnamen vertrieben werden. Deren Wirkstoffe werden der Gruppe der Nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) zugerechnet. Eine Studie mit mehreren Hundert Teilnehmern zeigt eine nachweisbare Wirkung bei leichten Sportverletzungen wie Prellungen oder Zerrungen.

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Diese Mittel wirken allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. So muss sich die Verletzung direkt unter der Hautstelle befinden, wo das Mittel aufgetragen wird. Das gelingt am besten an Körperstellen wie den Fingern oder Kniegelenken. Dabei hindern NSAR die Bildung von Stoffen, die Schmerzen oder Entzündungen auslösen. Bei größeren Gelenken und Muskeln, die nicht direkt unter der Haut liegen, erreichen die Cremes nicht die verletzte Stelle, da hierfür eine höhere Wirkstoffkonzentration nötig wäre.

Kühlendes Gel: Besser als Salben?

Salben können entweder wärmende oder kühlende Wirkung entfalten. Wärmewirkung unterstützt die Entspannung, doch bei schmerzhaften Verletzungen ist eher ein Kühl-Effekt gefragt. Subjektiv können durchsichtige Gels eine tiefer wirkende Kühlwirkung entfalten. Ob Gele Wirkstoffe tatsächlich tiefer ins Gewebe transportieren, ist umstritten – doch der Wohlfühl-Effekt unterstützt die Heilung.

Wozu dienen Sprays und Heilpflaster?

Sprays können eingesetzt werden, wenn die Stelle zu stark schmerzt, um eine Creme oder ein Gel einzumassieren. Unter einem Pflaster können Wirkstoffe über einen längeren Zeitraum in die Haut einziehen.

Wärmepflaster bei Muskelverspannungen

Unter den Handelsnamen Thermacare, ABC und anderen Bezeichnungen werden Wärmepflaster verkauft, die bei Muskelverspannungen helfen sollen. Der verwendete Wirkstoff ist nichts anderes als Cayennepfeffer! Capsaicin ist der medizinische Name: Dieser erzeugt ein Wärmegefühl dadurch, dass Blutgefäße erweitert werden. Vorsicht: Hierdurch können Hautreizungen ausgelöst werden und ein unangenehm starkes Brennen entstehen.