Ist frisches Gemüse wirklich besser als Tiefkühlkost? Nicht wirklich! Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Wollen wir nicht alle etwas gesünder leben? Da wird der Stammtisch-Talk schnell zur angeregten Diskussion über die richtige Ernährung. Abseits von Intervallfasten und Co. ist dabei vor allem die Auswahl der richtigen, gesunden Lebensmittel entscheidend darüber, ob wir unserem Körper etwas gutes tun oder eben nicht. Damit Sie fundiert mitreden können, stellt der KURIER fünf Mythen auf den Prüfstand und die Ernährungsirrtümer richtig.

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Ernährungs-Mythos 1: Frisches Gemüse ist besser als Tiefkühlkost?

Fakt ist: Je schneller ein Lebensmittel eingefroren wird, umso besser ist seine Qualität. Schockfrostung heißt das Zauberwort der Tiefkühlkost. Das sehr schnelle, industrielle Tiefkühlen macht es möglich, die Frische von Lebensmitteln bestmöglich zu erhalten. Denn die Produkte werden zum optimalen Zeitpunkt und in bestem Zustand eingefroren: direkt nach der Ernte. So bleiben viele Nährstoffe erhalten und auch die Zellschädigung fällt gering aus. Das ist bei frischem Gemüse und Obst durchaus nicht der Fall. Von der Ernte bis zum eigenen Kochtopf legt frische Ware oft einen langen Weg zurück. Für empfindliche Vitamine wie Vitamin C, das auf Licht, Sauerstoff und Wärme reagiert, ist das ungünstig. Eine entscheidende Rolle spielt die Lagerungstemperatur: Bei Zimmertemperatur aufbewahrtes Gemüse verliert pro Tag bis zu 20 Prozent seines Vitamin-C-Gehalts.

Ernährungs-Mythos 2: Weißen Zucker sollte man meiden und Alternativen wählen

Das stimmt nur bedingt. Fakt ist, viele Zuckerersatzstoffe wie Stevia oder Xylit sind Kunstprodukte. Und die natürlichen Zucker-Alternativen sind weder kalorienärmer noch gesünder für die Zähne. Wer wirklich auf sich achten will, sollte eher seinen Zuckerkonsum generell überdenken, rät die Verbraucherzentrale. In zahlreichen verarbeiteten Lebensmitteln versteckt sich Zucker unter verschiedensten Namen, was erst der genaue Blick auf die Zutatenliste verrät.

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Ernährungs-Mythos 3: Ein Schnaps nach dem Essen ist gut für die Verdauung

Ein Verdauungsschnaps nach einem schweren, fettigen Essen räumt den Magen auf, heißt es im Volksmund. Doch das ist ein Irrglaube. „Es gibt keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass der Verdauungsschnaps wirklich den gewünschten Effekt hat“, erklärt Antje Gahl, Sprecherin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. „Der gefühlte Effekt, dass Alkohol den Magen aufräumt, kommt wohl eher daher, dass er eine leicht narkotische Wirkung hat – das unangenehme Völlegefühl wird also abgemildert“, sagt Gahl und rät, lieber einen Verdauungsspaziergang zu machen als zum Alkohol zu greifen. Denn Bewegung hilft in jedem Fall.

Ernährungs-Mythos 4: Trend Black Food – Aktivkohle im Essen ist gesund

Aktivkohle im Essen, zum Beispiel im Eis, soll den Körper entgiften.  Foto: imago images/Westend61

Black Burger, schwarze Croissants und Smoothies oder auch „schwarzer Latte“ liegen im Trend. Es soll gesund sein, entgiften und gegen Kater oder Jetlag helfen. Aktivkohle unterscheidet jedoch nicht, welche Stoffe sie an sich bindet, warnt die Verbraucherzentrale. Vitamine nimmst sie genauso auf wie Inhaltsstoffe von Medikamenten. Vitamin- und Mineralstoffmangel und Verstopfung drohen, wenn man zu häufig Aktivkohle unters Essen mischt, Medizin wirkt dann nicht mehr richtig.

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Ernährungs-Mythos 5: Vitamin C hilft gegen Erkältung

Eine gute Versorgung mit Vitamin C ist wichtig für ein funktionierendes Immunsystem. Kein Wunder, dass sich manch einer mit einer Extraportion Vitamin C für den Herbst widmen will. Aber: Es ist wissenschaftlich nicht bewiesen, dass die Einnahme von Vitamin-C-Präparaten Erkältungen vorbeugen oder sie heilen kann. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt deshalb auch keine routinemäßige Einnahme eines Präparats zur Prophylaxe und Therapie von Erkältungen. Ob Vitamin-C-Kapseln sinnvoll sind, muss immer individuell entschieden werden.