Händewaschen ist besonders im Herbst wichtig. Aber darf das Wasser auch kalt sein?
Händewaschen ist besonders im Herbst wichtig. Aber darf das Wasser auch kalt sein? Imago/Imagebroker

Der Herbst ist da und damit zwei Probleme, deren Lösung sich auf den ersten Blick nicht sonderlich gut miteinander vereinbaren lassen. Zum einen beginnt die Saison, in der sich infektiöse Viruserkrankungen wie Corona, die Grippe oder einfache Erkältungen vermehrt verbreiten, zum anderen sind wir in diesem Winter alle angehalten, Energie zu sparen. Letzteres gilt vor allem fürs Heizen, aber auch für die Nutzung von Warmwasser.

Deutsche Haushalte: 15 Prozent der Energie für Warmwasser

Denn laut Zahlen des Statistischen Bundesamts aus dem Jahr 2019 fallen in deutschen Privathaushalten 14,7 Prozent des gesamten Energieverbrauchs auf die Erzeugung von Warmwasser. Ganz vorne liegt mit mehr als 70 Prozent die Wärmeerzeugung, dahinter kommen sonstige Elektrogeräte mit 8 Prozent, Prozessewärme wie etwa beim Kochen mit 5 Prozent und Beleuchtung mit einem Prozent.

Es ist also eine Menge Energie, die für Warmwasser draufgeht, laut den Zahlen von 2019 eben mehr als eine Milliarde Kilowattstunden. Wo lässt sich also sparen? Vielfach wurde in den vergangenen Wochen bereits das Duschen genannt. Vielleicht eine oder zwei Minuten kürzer, vielleicht ein oder zwei Grad weniger heiß. Und beim Händewaschen? Da herrscht bislang Unsicherheit.

Energie sparen: Darf ich mit kaltem Wasser Hände waschen?

Grund dafür ist unser gerade erst neu erlerntes Verständnis vom Händewaschen. Zu Beginn der Corona-Pandemie im Januar 2020 hatten wir den Ablauf ganz neu gelernt. Die Kurzform: Hände gründlich und für etwa 20 Sekunden einseifen, um sie dann unter warmem Wasser abzuwaschen. Einige wuschen sich die Hände sogar mit extra heißem Wasser, um der Hygienemaßnahme eine größere Wirkung zu verleihen.

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Händewaschen darf auch mit kaltem Wasser stattfinden.
Händewaschen darf auch mit kaltem Wasser stattfinden. Imago/Designpix

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Doch die, so zitiert das Portal Utopia aus einer Studie, sei überhaupt nicht nötig. Demnach haben Forscherinnen und Forscher die Wirksamkeit von Seife im Kombination mit verschieden temperiertem Wasser getestet. Das Ergebnis: Ganz egal, ob das Wasser 4 Grad, 13 Grad, 21 Grad, 35 Grad oder 49 Grad warm war, die Zahl der Bakterien und Viren auf den Händen habe sich stets in gleichem Maße reduziert.

Energie sparen: Händewaschen mit kaltem Wasser ist unbedenklich

Ähnlich ist es bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung nachzulesen. Dort heißt es: „Die Wassertemperatur hat keinen Einfluss auf die Reduktion der Mikroorganismen. Daher sollte die individuell angenehme Wassertemperatur gewählt werden.“

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Um Energie zu sparen, kann man also die Wassertemperatur beim Händewaschen verringern, ohne dabei ein Gesundheitsrisiko einzugehen.