Nachts sind die Viecher am schlimmsten, weil man sie nicht sehen, aber dafür hören und spüren kann. IMAGO / Chempic

Es gibt vieles über das man sich im Sommer freuen kann – Eis, Schwimmbäder, Grillen oder ein Sonnenbad. Aber eine Sache ist immer und überall verhasst: fiese Mücken! Nichts ist schlimmer, als wenn man nachts in Ruhe schlafen will und von einem der Viecher zerstochen wird. Und jetzt kommt wohl eine ganze Flut der schwirrenden Moskitos, zumindest laut der Biologin Doreen Werner vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung.

Die Tiere mögen es nämlich, wenn es warm und feucht ist. Die derzeitige Wetterlage ist damit also Ideal für die gemeine Hausmücke, weshalb die Population nach Angaben der Expertin bereits zwei Wochen früher als erwartet stark ansteigt. Aber auch andere, aggressivere Mückenarten sind auf dem Vormarsch: Zum Beispiel die Wald- und Wiesenmücke, die noch dazu größer ist als die Hausmücke.

Blut für die Mückenbrut

Die Temperaturlage ist deswegen relevant, weil dadurch die Weibchen, die das Blut saugen um ihre Eier legen zu können, ideale Brutbedingungen haben. Wenn aber die Temperaturen sinken, kann die Zeit bis zum Schlüpfen in die Länge gezogen werden, das macht es schwierig, genau das Verhalten von Mücken vorherzusehen, vor allem über einen längeren Zeitraum.

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Sollte es jedoch vom Wetter her so weitergehen, werden die rund 50 verschiedenen Mückenarten sich rasant ausbreiten, darunter einige sogar aus Asien eingewanderte Arten. Die asiatische Tigermücke zum Beispiel hat sich nun auch in Deutschland ausgebreitet und ist seitdem kaum mehr auszurotten.

Die asiatische Tigermücke, manchmal auch Zikamücke genannt, ist gut an den Streifen zu erkennen. imago/blickwinkel

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Neue, tropische Krankheiten werden verbreitet

Und die Gefahr, die von eingewanderten Art ausgeht, ist nicht unerheblich. Können die Mücken doch zahlreiche Krankheitserreger wie für Malaria, das Zika-Virus oder das West-Nil-Virus übertragen.

Eigentlich war das in Mitteleuropa nie ein Problem, da vor allem exotische Mücken diese Krankheiten übertrugen. Allerdings wurde das West-Nil-Virus in den vergangenen Jahren auch immer wieder in Deutschland von Mücken auf den Menschen übertragen. In Frankreich wurden Infektionen mit dem Zika-Virus nachgewiesen.

Ein Grund für diese Entwicklung ist die Klimakrise, die es tropischen Mückenarten wie der Asiatischen Tigermücke möglich macht – und offenbar auch das West-Nil-Virus vor allem in den Osten Deutschlands gebracht hat, wo es durch die heimische Mückenart Culex übertragen wird.

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Viel kann man gegen die Plage dann doch nicht tun. Um die Population der Mücken zu verringern, kann man aber etwas tun. So hilft es, Nester zu entfernen und Regentonnen abzudecken.