Wie wirkt Alkohol auf den Körper? Warum ist er so gefährlich? Der KURIER klärt auf. Foto: imago stock&people

Auf die Party, fertig, Prost! So oder so ähnlich lautet das Motto am Wochenende für viele Menschen. Kater am nächsten Tag inklusive. Doch kommt der wirklich vom „zu viel“? Und wann ist „zu viel“ so viel, dass man süchtig wird? Der große KURIER-Faktencheck rund um das Thema Alkohol.

Alkohol ist ein Massenmörder

Bleiben wir mal nur in Deutschland: Allein hierzulande sterben allein 74.000 Menschen jährlich wegen Alkoholkonsums, heißt es beim Bundesgesundheitsministerium. Alkohol ist einer der wesentlichen Risikofaktoren für zahlreiche chronische Erkrankungen – Krebs, Erkrankungen der Leber und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Unzählige tödliche Unfälle würden ohne Alkoholeinfluss nicht passieren.

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Ein Enzym bestimmt den Kater – nicht der Schnaps

Der beste Kumpel trinkt wie ein Loch und geht am nächsten Morgen fröhlich pfeifend ins Fitnessstudio. Man selber aber kommt so gar nicht aus dem Bett – obwohl man doch eigentlich viel weniger Alkohol hatte. Woran liegt’s? Nicht die Menge des getrunkenen Schnapses oder Biers sorgt tatsächlich für den Kater. Sondern ein körpereigenes Enzym. ALDH (Aldehyddehydrogenase) spielt beim Abbau des Alkohols im Körper eine entscheidende Rolle. Eine Studie zeigt, dass Personen mit einer inaktiven Variante von ALDH bereits nach einer geringen Menge Alkohol einen Kater entwickeln. Der Körper ist durch das inaktive ALDH nicht fähig, Acetaldehyd in Essigsäure umzuwandeln.

Man kann alkoholsüchtig sein, ohne sich zu betrinken

Ein Gläschen Rotwein am Abend ist gut für das Herz? Also immer her damit, jeden Tag eins kann wohl nicht schaden. Oh doch! Auch wer jeden Abend nur ein Glas trinkt – oder eine Flasche Bier –, rutscht schneller in eine Abhängigkeit, als er „Alkohol“ sagen kann. Je seltener Sie Alkohol trinken, desto besser für Ihre Gesundheit. Verzichten Sie jedoch an mindestens zwei Tagen pro Woche ganz auf Alkohol.

Alkohol ist überall

Wussten Sie, dass Apfel- oder Traubensaft geringe Mengen Alkohol enthalten? Zwischen 0,3 und 1 Volumenprozent – weil die Früchte vor dem Pressen gären. Auch in Brot, Kuchen, Bananen oder Sauerkraut steckt Alkohol, nämlich zwischen 0,3 und 0,6 % vol. Und völlig gaga: Alkoholfreies Bier ist gar nicht alkoholfrei! Mit bis zu 0.5% vol. darf es „alkoholfrei“ genannt werden, ohne es zu sein. Sogar in Malzbier steckt ein Alkoholanteil von bis zu 0,1% vol. Doch wie kann das sein? Die europäische Lebensmittelinformationsverordnung regelt, dass der Alkoholgehalt von alkoholischen Getränken erst ab 1,2 Volumenprozent (1,2% vol.) angegeben werden muss.

Zucker und Kohlensäure beschleunigen die Alkoholaufnahme

Auch wenn sich der bunte Mix wie Limo trinkt, enthalten Alkopops eine Menge Alkohol. Sie sind mit Hochprozentigem wie Wodka, Whiskey oder Rum versetzt. In einer 0,3-Liter-Flasche stecken in der Regel knapp sechs Prozent Alkohol. Das entspricht etwa dem Gehalt von zwei Gläsern Schnaps. Dazu kommt: Kohlensäure regt die Durchblutung an, das beschleunigt die Alkoholaufnahme und -wirkung. Dasselbe gilt auch für Zucker. Aufpassen ist angesagt: Alkopops sind keine Brause – auch wenn sie so schmecken.