Der Gang zum Kühlschrank ist gerade für die, die jetzt im Homeoffice arbeiten, eine nette Abwechslung. Leider landen die Snacks auch auf den Hüften ... Foto: imago images/Westend61

So viel Zeit in den eigenen vier Wänden, kein Treffen mit Familie und Freunden, kein Shopping,  Arbeiten von zu Hause aus. Und dabei immer der Kühlschrank in der Nähe und die Süßigkeiten-Schublade, die lockt. Eine Versuchung, der man oft nicht widerstehen kann. Geht Ihnen auch so? Was also tun gegen das Dauer-Futtern in Corona-Zeiten?

„Die aktuelle Situation ist ungewohnt und für viele mit viel Stress verbunden – da passiert es schnell, dass man immer mal wieder schnell zum Kühlschrank geht, um was zu essen“, weiß Antje Gahl, Sprecherin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, vor allem mit Blick auf all jene, die jetzt im Homeoffice arbeiten. Als Strategie gegen die Dauerfutterei empfiehlt sie vor allem, Struktur in den Tag zu bringen – also feste Essenszeiten zu schaffen. Familien mit Kindern haben die meistens ohnehin, für Singles kann sich das aber ebenfalls lohnen. Rhythmus und Anzahl der Mahlzeiten sind dabei jedem selbst überlassen, so die Expertin: „Manche kommen mit drei Mahlzeiten gut zurecht, andere eher mit fünf.“

Ablenkung kann gegen den Heißhunger helfen

Und was, wenn der Heißhunger doch kommt? „Heißhunger ist kein echter Hunger in dem Sinne, sondern eher aus dem Kopf gesteuert“, sagt Gahl. Um ihn zu überwinden, braucht es vor allem Impulskontrolle und Selbststeuerung – alles Dinge, die durch Stress nicht unbedingt einfacher werden. „Insofern ist es auch wichtig und sinnvoll, Entspannungspausen in den Tag einzubauen, um den Stress zu reduzieren“, sagt Gahl. Dazu empfiehlt sie ein paar kleine Tricks – Süßigkeiten nicht sichtbar herumliegen zu lassen etwa. „Und auch Ablenkung kann dabei helfen, Heißhunger auszuhalten – dass ich also nicht esse, aber kurz was anderes mache, als zu arbeiten.“

Und schließlich gilt: Wenn alles nicht hilft, sollte man auch nicht zu streng sein, gerade jetzt. „Flexible Regelungen sind meistens besser als strikte Verbote“, rät Gahl. „Man sollte sich Schokolade also zum Beispiel nicht komplett verbieten – sondern lieber, wenn es sein muss, mal ein Stück essen und es bewusst genießen.“